Ex-Stasi-Zentrale in Lichtenberg

Horch, horch! Wohnen in Mielkes Schatten

Manche wollen sie abreißen, andere erhalten. Auch für Wohnungen.

Christian Gehrke
Lesezeit 2 Min
Zeitzeuge Tom Sello (59) wünscht sich einen Campus für Demokratie auf der Fläche . 

Zeitzeuge Tom Sello (59) wünscht sich einen Campus für Demokratie auf der Fläche . 

© Christian Gehrke

Unwirklich steht das Beton-Areal (70.000 Quadratmeter Grundfläche) in der Sonne, viel hat sich nicht verändert. Die Ex-Stasizentrale in der Normannenstraße/Ecke Ruschestraße ist ein Zeugnis monströser DDR-Architektur. Knapp die Hälfte der Räume werden benutzt: Als Flüchtlingsheim, als Büros und Banken, als Stasi-Museum. Der Rest steht leer. Senat, Bezirk, Eigentümer und Opfer haben nun neue Ideen zusammengetragen.

Abriss: Fachleute wie der Architekt Dieter Hoffmann-Axthelm sind für den Abriss des großen 13-Geschossers an der Frankfurter Allee/Ecke Ruschestraße. Der Bau sollte das MfS vor neugierigen Blicken der Bürger schützen. Das Gelände soll wieder bewohnbar werden.

Dem Hochhaus droht nun der Abriss.   

Dem Hochhaus droht nun der Abriss.   

© dpa

Als riesiges Museum erhalten: Dieses Ensemble an DDR-Architektur sei einmalig. Warum soll man es nicht erhalten?, fragt der Leiter der Gedenkstätte an der Bernauer Straße, Axel Klausmeier. Der Gedenkstättenleiter des Stasi-Museums, Jörg Drieselmann: Nicht alles ist erhaltbar, aber ein Teil. „Dieser Ort zeigt, welche Bemühungen es geben musste, um die Bevölkerung in Schach zu halten.“

Wohnen: Derzeit dient eines der Hochhäuser als Flüchtlingsunterkunft. 100.000 Quadratmeter Büro und Wohnfläche hat die Aris Immobiliengesellschaft Berlin gekauft, worüber Bezirksvertreter nicht glücklich sind. Ziel der Immobiliengesellschaft: Neue Stadtwohnungen im großen Stil.

Campus für Demokratie: Das ist der Wunsch vom Leiter der Stasiunterlagenbehörde Roland Jahn und der Bezirks-CDU. Das Areal soll Lernort werden. Unterstützt wird die das von Zeugen wie Tom Sello (59), von der Stasi verhört, half er später bei der Besetzung.

Von allen Ideen etwas: Senat und Bezirk wollen einen Projektentwickler für das Gelände beauftragen. Im August soll es eine Konferenz und hoffentlich eine Lösung geben.  

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