Ex-Profi Jimmy Hartwig

Der Kämpfer gegen den Krebs

Männer, habt Mut: Darmspiegelungen tun nicht weh und sind nicht peinlich

BK
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Ich war 36 Jahre alt, hatte Blut im Stuhl.

Da sind Sie sicher gleich zum Arzt gegangen.

Nein. Männer sind ja alle Helden, sie glauben, das wird schon wieder. So war es bei mir auch. Der Monat, den ich gewartet habe, hat mich fast das Leben gekostet.

Dann folgte das Übliche: Chemo-Therapie, Operationen. Leider gehen gerade Männer nicht gern zur Untersuchung, und am Ende steht zu oft ein „hätte ich doch“. Dann ist es meist zu spät. Frauen sind vernünftiger.

Sie halten Vorträge, werben für die Vorsorge. Wie überzeugen Sie gerade Männer?

Ich frage sie, was sie tun, wenn bei ihrem Auto der Motor stottert. Alle sagen dann: Ich fahre schnellstens in die Werkstatt. Dann kommt meine Frage: Und was ist, wenn Ihr Körper Alarmsignale sendet? Er meldet sich ja nicht zum Spaß mit Schmerzen. Ich appelliere an die Männer, auch aus Verantwortung für ihre Familie zur Untersuchung zu gehen.

Ist die Darmspiegelung nicht peinlich?

Nein, denn man wird ja auf Wunsch gelinde betäubt, und in den Praxen herrscht inzwischen eine gewisse Privatsphäre. Ich rede hier auch von Fachärzten wie Proktologen oder Gastroenterologen – deren Rat sollte man so schnell wie möglich einholen. Der Hausarzt ist gut, aber da kann es schon mal zu einer Fehldiagnose wie Hämorrhoiden kommen. Das einzig Unangenehme ist die Darmreinigung am Tag davor. Die Mittel, die man da trinken muss, schmecken nicht. Dafür fühlt man sich 30 Kilo leichter.

Ist eine Darmspiegelung eine langwierige Aktion?

Nein, nach vielleicht zwanzig Minuten ist alles vorbei, man wacht auf und bekommt in der Regel gleich die Diagnose. In den meisten Fällen ist alles in Ordnung oder es wurde ein Polyp entfernt. Der ist harmlos, kann aber im Lauf der Zeit bösartig werden.

Haben Sie mit Ihren Auftritten Erfolg?

Ja. Über die Krankenkassen, aber auch im persönlichen Gespräch bekomme ich das Feedback, dass Menschen meinetwegen zum Arzt gegangen sind.

Sind Sie Ihre Krebserkrankung los?

Man kann nie sagen, dass er nicht wiederkommt, aber ich gehe alle halbe Jahre zum Arzt, und alles ist in Ordnung.

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