Ex-Herthaner Sascha Burchert

Mein wildes Oslo-Abenteuer

Sascha Burchert ist zurück in Berlin. Dieses Wochenende ist der von Hertha BSC an Valerenga Oslo ausgeliehene Torwart zum ersten Mal seit seiner Hals-über-Kopf-Leihe wieder in seiner Heimat.

A. Bellert
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In Aktion: Sascha Burchert hält den Kasten sauber.

In Aktion: Sascha Burchert hält den Kasten sauber.

© imago/ZUMA Press Lizenz

Sascha Burchert ist zurück in Berlin. Dieses Wochenende ist der von Hertha BSC an Valerenga Oslo ausgeliehene Torwart zum ersten Mal seit seiner Hals-über-Kopf-Leihe wieder in seiner Heimat. Er nutzt die Länderspielpause, um durchzuschnaufen, zu Hause „Hallo“ zu sagen und in Berlin zum Friseur zu gehen.

Am Freitagabend kletterte Sascha Burchert in Tegel aus dem Flieger. Glücklich und voller Vorfreude. Seine Frau Lina stand strahlend in der Empfangshalle, nahm ihren Sascha in die Arme und fuhr mit ihm in die Berliner Wohnung in Mitte.

Sechseinhalb Wochen war er nicht mehr da. „Ich freue mich riesig, wieder hier zu sein.“ Samstag stand ein Besuch der neuen Deutschpoeten bei der Ifa auf dem Programm. Mit dabei Ex-Herthaner und Kumpel Pierre-Michel Lasogga. Davor ging es zum Friseur. Wieso das? „Ich habe mir in Oslo die Haare schneiden lassen. Als ich den Preis hörte, tat ich ganz cool. Aber das ist Wahnsinn.“ 90 Euro für einen einfachen Herrenschnitt. Eine neue Erfahrung wie viele andere in Norwegen. Weit weg von seinem Berlin, dazu Fußball auf Kunstrasen.

Sein Programm für die Tage in Berlin: runterkommen, entspannen und die letzten Wochen verarbeiten. Seit seiner Leihe am 22. Juli 2015 an Valerenga stand er unter Dampf. Es ging so verdammt schnell an diesem Mittwoch. Erst das Gespräch mit Trainer Pal Dardai, Torwarttrainer Zsolt Petry und Manager Michael Preetz. Dann der Entschluss: Trotz weiterer Interessenten zur Leihe nach Oslo.

Aus dem Trainingslager in Schladming nach Berlin, Koffer packen, dann am gleichen Abend in den Flieger. Am nächsten Tag schon Training. Montags folgte gleich das erste Pflichtspiel. Kurz darauf der Test gegen Real Madrid (0:0). Burchert hielt stark. Seitdem machte er alle sechs Partien.

Der 25-Jährige hat sich eingelebt. Zehn Minuten von Oslos Stadtzentrum lebt Burchert in einer kleinen Wohnung. Mit den Norwegern und seinen Kollegen spricht er Englisch. Mit seinem Coach, Ex-Herthaner Kjetil-André Rekdal, deutsch. „Aber eigentlich reden wir nicht viel. Er ist ein ruhiger Typ“, lacht er. „Es macht echt Spaß in Oslo.“

Endlich ist das Eigengewächs gesetzt. Seit 2002 ist Burchert im Hertha-Kader. Aber bei den Profis durfte er nur 21-mal in den Kasten. Zu wenig für den ehrgeizigen Sascha. Die Leihe ist Balsam für seine Seele. Acht Spiele stehen jetzt noch vor ihm. Die Saison endet am 8. November.

Dann kommt er zurück, sein Vertrag bei Blau-Weißen geht bis zum Sommer 2016, aber seine Zukunft heißt wohl nicht Hertha. Er will spielen, wertgeschätzt werden wie in Oslo. Wohin es dann geht? „Ich bin entspannt. Im Winter werde ich schauen.“

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