Europa, nun staune!

Albas Basketball-Wunder gegen Barca

Immer wieder strich sich Sasa Obradovic durch das nicht mehr vorhandene Haupthaar.

Ronald Toplak
Lesezeit 2 Min
Überflieger: 16 Punkte und fünf Rebounds machte Alba-Center Leon Radosevic (r.).

Überflieger: 16 Punkte und fünf Rebounds machte Alba-Center Leon Radosevic (r.).

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Zum Start der Top16-Runde der Euroleague hatten seine Albatrosse den FC Barcelona, den spanischen Rekordmeister und Topfavoriten der Königsklasse, mit 80:70 besiegt. Eine Sensation. Ein echtes Basketball-Wunder. Eines, das in die Analen der Klubgeschichte eingehen wird. Europa, nun staune.

„Ihr seid nur ein Fußballverein“, donnerte es hämisch von den Rängen. Mal ganz ehrlich: Niemand – wirklich niemand – hatte damit gerechnet, dass die Hauptstadt-Riesen gegen die katalanische Weltauswahl auch nur den Hauch einer Chance hätten. Sah anfangs auch so aus. 5:19 lag Alba schon zurück. „Warum scheißt ihr euch in die Hose?“, wetterte Obradovic in einer Auszeit.

Sein Team legte den Respekt ab. Und die Giganten wurden plötzlich zu Zwergen geschrumpft. „Gut ist nicht gut genug gegen Barcelona. Man braucht eine außergewöhnliche Leistung. Und die haben wir gezeigt“, schwärmte der Trainer des Bundesliga-Tabellenführers fassungslos. „Was soll ich sagen? Ich bin einfach nur stolz“, versuchte der Serbe seine übersprudelnden Gefühle in Worte zu fassen. „Wir hatten keine Antwort auf Alba, weder körperlich noch mental“, meinte Gästetrainer Xavier Pascual stinksauer.

„Nach der 69:98-Niederlage in Bamberg den großen FC Barcelona zu schlagen, war für mich eine Illusion“, stammelte Obradovic überglücklich. Fast wollte man den 45-Jährigen kneifen. Ja, es ist wahr. Es ist wirklich wahr. „Wir haben denen richtig schön den Zahn gezogen, die waren froh, dass sie aus der Halle rauskamen“, brachte es Manager Marco Baldi auf den Punkt.

„Reggie Redding und Jamel McLean waren gut, Leon Radosevic überragend“, nannte Obradovic seine Helden. Das millionenschwere Star-Ensemble um den deutschen Center Tibor Pleiß war nur Statist eines großartigen Schauspiels. „Das haben wir uns ganz anders vorgestellt“, erklärte der Nationalspieler, der einst in Köln unter Obradovic spielte, ernüchtert.

Der gestrenge Übungsleiter aber richtete schnell den Blick auf den Alltag. Schon Sonntag geht es in der Bundesliga bei den Eisbären Bremerhaven weiter. Obradovic: „Wir haben keine Zeit zu feiern.“ Schade eigentlich. RT

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