EU ordnet Warn-Aufdruck auf Süßigkeiten an

Machen die Gummibärchen meine Kinder krank?

Cornelia Schmalenbach
Lesezeit 2 Min

Berlin - Durch Gummibärchen zum aufgedrehten Zappelphilipp? Seit dieser Woche müssen bunte Süßigkeiten einen Warnhinweis tragen, wenn sie bestimmte Farbstoffe enthalten."Schon seit Jahren weisen Wissenschaftler darauf hin, dass synthetische Farbstoffe an der Entstehung des Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsyndrom ADHS beteiligt sein könnten", sagt Martin Rücker von Foodwatch. 2007 wies eine britische Studie nach, dass es einen Zusammenhang zwischen E-Nummern in Süßigkeiten und Konzentrationsschwierigkeiten bei Kindern gibt.Obwohl die europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde ein Jahr später die Beweise anzweifelte, verdonnerte das EU-Parlament jetzt alle Hersteller zu dem Aufdruck: "Kann Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern beeinträchtigen".Die neue EU-Verordnung gilt für sechs künstliche Farbstoffe: Tartrazin (E 104), Gelborange S (E 110), Azorubin (E 122), Cochenillerot A (124) und Allurarot AC (129). Es sind ausgerechnet die Lieblingsfarben der meisten Kinder, die Bonbons, Brause, Gummibärchen oder Speiseeis so schön knallbunt machen.In Berlin waren gestern in Supermärkten noch keine Süßigkeiten mit Warnhinweisen zu finden. Grund: Erstmal muss die alte Ware raus.Die Hersteller reagieren aber auch schon: "Haribo hat Azofarbstoffe durch andere ersetzt, um die Warnung zu vermeiden", sagt Rücker. "Konkurrent Trolli hat es angekündigt." Eine gesunde Alternative sind natürliche Farbstoffe aus Frucht- und Pflanzenextrakten wie Rote Bete, Spinat oder Holunderbeeren.

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