Der Krankenstand steigt besorgniserregend: Im Jahr 2016 waren die Polizisten im Schnitt 49,1 Tage krankgeschrieben. Das geht aus einer Antwort der Senatsverwaltung für Finanzen auf eine Anfrage der FDP hervor.
Vielleicht sind die Dienstpläne schuld
Vier Jahre zuvor lag die durchschnittliche Zahl der jährlichen Fehltage noch bei 44,4. Nicht viel gesünder scheinen auch die Feuerwehrleute zu sein. Diese brachten es auf durchschnittlich 48 Krankheitstage im Jahr 2016. Vier Jahre zuvor waren es 38,9 Tage. Damit sind diese beiden Behörden mit Abstand die Spitzenreiter bei den Fehltagen.
„Das liegt unter anderem daran, dass Gesundheitsmanagement bei Polizei und Feuerwehr nur auf dem Papier steht“, mutmaßt der FDP-Abgeordnete Marcel Luthe. „Polizisten und Feuerwehrleute sind krank machenden und familienfeindlichen Dienstplänen ausgesetzt.“
Personalvertreter nennen zudem Überalterung als einen Grund für den hohen Krankenstand. Jahrelang seien Polizei und Feuerwehr auf Verschleiß gefahren worden. Erst seit einigen Jahren wird wieder mehr Nachwuchs eingestellt.
Die Entwicklung in den Bezirksämtern ist ähnlich
Hinter Polizei und Feuerwehr rangieren beim Krankenstand unter anderem die Senatsjustizverwaltung (38,4 Fehltage), die Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales (37,3) und die Senatsverwaltung für Arbeit, Integration, Frauen (35,2).
In allen Senatsverwaltungen, außer der Bildungsverwaltung, haben die krankheitsbedingten Fehltage seit 2012 zugenommen.
Ähnlich ist laut Finanzverwaltung die Entwicklung in den Bezirksämtern. Am schlimmsten sieht es laut Statistik in Marzahn-Hellersdorf aus. Dort ließen sich Mitarbeiter an durchschnittlich 42,9 Tagen pro Jahr krankschreiben. Nicht viel besser sieht es in Mitte (41,3 Tage) und Charlottenburg-Wilmersdorf (40,9) aus.
Krankenstand bei Belegschaften lag bei 5,1 Prozent
Dagegen ist die Arbeit in Neukölln entweder am gesundheitsverträglichsten oder es mangelt an Anreizen, mal eben blau zu machen. Dort melden sich immer weniger Mitarbeiter krank: 32,2 Tage waren es pro Jahr. Die Behörde von Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) hat den niedrigsten Krankenstand.
Ein vergleichbares Siechtum gibt es in der freien Wirtschaft nicht, wo der Anteil gesetzlich Versicherter viel höher als in den Behörden ist. Im Durchschnitt sind waren Berliner Arbeitnehmer im Jahr 2016 nur 18 Tage krankgeschrieben. So steht es im aktuellen Gesundheitsbericht für Berlin-Brandenburg des Cluster Gesundheitswirtschaft.
Demnach lag der Krankenstand unter den Belegschaften bei 5,1 Prozent. Also nicht einmal halb so hoch wie in den meisten Amtsstuben.
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