So früh kam er noch nie zurück: Das Storchenmännchen, das in Linum geschlüpft und seit Jahren auf der Linumer Storchenschmiede brütet, landete am 22. Februar 2024 auf dem Dach der Umweltbildungsstätte, teilt der Nabu mit. Damit habe er beste Voraussetzung für die Standortwahl, da alle anderen Horste noch leer sind. Die frühe Wiederkehr ist Freud und Leid zugleich, sagt Kristin Garner, Leiterin der Storchenschmiede Linum: „Wir freuen uns natürlich über unseren Storch, doch seine frühe Heimkehr zeigt, wie sich die Natur vor unserer Haustür durch den Klimawandel verändert. Die meisten Störche fliegen nämlich gar nicht mehr so weit in den Süden und haben daher einen kürzeren Heimweg.“
Störche aus Spanien sind früher da
Auf seine Artgenossen wird der Rückkehrer wohl noch ein wenig warten müssen, denn der Großteil der Linumer Störche sind Ostzieher, die über den Bosporus aus ihren Winterquartieren in Afrika heimkehren. Sie kommen in der Regel erst im April aus dem Süden zurück. Es gibt aber auch eine westlich ziehende Storchenpopulation, die den Winter zum Großteil auf offenen Mülldeponien in Spanien verbringen. Sie treten den Rückzug häufig an, sobald es dort milder wird, und kommen so schon sehr früh in ihren Brutgebieten an.
Er ist der Erste. Storch in Linum gelandet.
© Detlef Hase
„Während der Storch auf seine Storchendame wartet, hat er einiges zu tun: Er muss sich wieder ordentlich Kraftreserven anfuttern und den Horst für die Aufzucht der Jungstörche vorbereiten“, sagt Garner. „Auch wir bereiten in der Storchenschmiede alles für die neue Saison vor, die am 30. März startet!“
Auf der Storchenkamera berlin.nabu.de/storchenkamera können alle Storchenfans live mitverfolgen, was das Storchenmännchen den Tag über treibt, wann seine Herzensdame ankommt und wie es mit der Brut und Aufzucht der Jungen vorangeht.
Der Storch ist ein Segelflieger und flieg bis zu 400 Kilometer pro Tag. Während die Störche früher zum Überwintern bis nach Südafrika flogen, überwintern sie jetzt oft schon in Frankreich und Spanien. Diesen Trend gibt es seit etwa zehn Jahren. ■
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