Erster Bezirk heuert Schuldeneintreiber an Private Firmen sollen 13 Millionen Euro von säumigen Zahlern zurückholen

Marzahn

Ronald Gorny
Lesezeit 1 Min

Berlin - Ob nicht gezahlte Gartenpachten oder Väter, die sich vor Unterhalts-Verpflichtungen drücken: Marzahn-Hellersdorf setzt als erster Bezirk jetzt Inkasso-Firmen zum Eintreiben der Schulden ein.Finanzstadtrat Stefan Komoß (SPD) sitzt auf einem Schuldenberg von 27 Millionen Euro, davon sind 13 Millionen Euro Außenstände von tausenden säumigen Marzahnern und Hellersdorfern. Mal haben sie drei Monate die Hortbetreuung nicht bezahlt oder ein halbes Jahr die Ladenmiete. Komoß: "Wir haben nicht den Überblick darüber, wann die Leute die Beträge rückerstatten können und verfügen auch nicht über das erforderliche Personal."Deshalb will der Finanzstadt-rat noch in diesem Jahr so genannten Factoring-Unternehmen die Forderungen für einen unbekannten Betrag verkaufen. Komoß: "Wir geben den Firmen die Adressen der Schuldner. Diese vereinbaren mit diesen Leuten Ratenzahlungen. Bleiben diese aus, ziehen die Factoring-Firmen vor Gericht."So sollen allein in diesem Jahr auf diesem Wege 750 000 Euro erwirtschaftet werden. Der Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses und die Senats-Finanzverwaltung haben dafür bereits im vergangenen Jahr grünes Licht gegeben.Die finanzstarken Inkasso-Unternehmen des Bezirks Marzahn-Hellersdorf können alle eingetriebenen Gelder behalten.

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com