Überhaupt ist dieses Testspiel für den 22-Jährigen so wichtig. Bei den Eisernen bleibt Eroll unter Trainer Jens Keller nur die Reservistenrolle. Stand er noch in der vorigen Saison 23-mal in der Startelf, waren es unter Keller bisher nur zwei Partien von Beginn an. „Natürlich bin ich mit meiner persönlichen Situation nicht zufrieden“, sagt Eroll Zejnullahu mit ernster Miene. „Natürlich würde ich gern von Beginn an spielen und hätte gern mehr Einsatzminuten. Aber die Mannschaft macht es im Moment einfach gut.“
Zejnullahu wünscht sich die Bundesliga
Daran, was ein möglicher Aufstieg auch für ihn persönlich bedeuten würde, will er gar nicht denken: womöglich einen Wechsel. Womöglich das erste Mal raus aus Berlin, weit weg von seinen Eltern. Zejnullahu wünscht sich die Bundesliga wie jeder andere in der Mannschaft, blendet die persönliche Zukunft dafür einfach aus und hofft auf eine „komplett neue Situation, wenn wir aufsteigen. Das Risiko, eine weitere Saison überwiegend auf der Bank zu sitzen, würde ich auf keinen Fall eingehen“, sagt er selbstsicher.
Noch gab es keine Gespräche mit dem Verein. Noch kämpft der junge Mann mit Kosovo-Wurzeln um mehr Spielzeit. Auch wenn es beim Training nicht immer leichtfällt, den Kopf nicht in den Sand zu stecken. „Die Kunst in meiner Situation ist es, nicht aufzugeben“, sagt er und gibt alles, um Coach Keller doch noch von seiner Qualität zu überzeugen.
Hin- und Hergerissen
Deshalb überdenkt er auch eine andere „Baustelle“ in seiner Karriere gerade intensiv. Eigentlich sollte er in der Länderspielwoche zum Nationalteam des Kosovo reisen. Das spielt am 24. März gegen Island. Doch Zejnullahu ist hin- und hergerissen in seiner schwierigen Situation. „Ich weiß, dass Jens Keller es kritisch sieht, dass ich die letzten Male weg war und keine Spielpraxis bekommen habe. Aber für die Nationalmannschaft berufen zu werden, ist eigentlich eine Auszeichnung. Wenn der Trainer es nicht gern sieht, müssen wir uns zusammensetzen und drüber reden. Das tun wir diesmal. Die Entscheidung ist noch nicht gefallen.“
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