Für Arabisch-Unterricht haben sich demnach 20 Schulen stark gemacht. Einen erhöhten Bedarf für Türkisch meldeten 12 Schulen. Es gehe vor allem darum, arabisch- und türkischstämmigen Schülern ihre Muttersprache näher zu bringen, teilte Bildungsstaatssekretär Mark Rackles (SPD) mit. Sieben Schulen wünschten sich zudem mehr Polnisch-Unterricht, jeweils fünf Schulen fordern Angebote in Russisch und Chinesisch. Vereinzelten Bedarf meldeten Schulen auch für Rumänisch, Vietnamesisch, Französisch, Spanisch sowie Portugiesisch.
Mehrsprachigkeit als Statussymbol
Klar, der Zuzug aus dem Ausland verändert Berlin. Schon jetzt spricht fast die Hälfte der Berliner Grundschüler zu Hause ein andere Sprache als Deutsch – im einstigen Westteil der Stadt mehr als im Osten. Doch die meisten Schulleiter haben gesagt: Lasst mal die Kirche im Dorf! Wir haben schon jetzt krassen Lehrermangel, müssen Quereinsteiger einstellen, um überhaupt den normalen Unterricht abdecken zu können. So lautet die Ansage von vielen der 505 Schulleiter, die ihre Fragebögen zurückschickten.
Der Senat aber hat sich den Ausbau der Mehrsprachigkeit auf seine Fahnen geschrieben. Auch Kurdisch sollte ursprünglich erstmals an Berliner Schulen unterrichtet werden – wurde jetzt aber doch nicht abgefragt. Dabei hatte sich verschiedenen Berliner Kurdenvertreter immerhin auf den Dialekt geeinigt, der unterrichtet werden sollte: Das Nordkurdische.
Wer heutzutage Deutsch und Englisch spricht, wird gefeiert, gilt als weltgewandt. Wer aber neben Deutsch auch Arabisch spricht, wirkt in den Augen vieler Mitbürger eher dubios. Wenn Arabisch oder Türkisch regulär an Berliner Schulen unterrichtet werden, könnte sich diese Wahrnehmung verändern, hofft der Senat.
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