Erdbeer-Mangel

Saure-Gurken-Zeit für süße Früchtchen

Erdbeeren werden in diesem Jahr knapp und teuer

Katrin Bischoff
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Symbolbild

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Die Tunnel mit ihren Foliendächern erinnern an Gewächshäuser. „20 Tonnen Erdbeeren der Sorte Clery werden wir insgesamt pro Hektar in den Tunneln ernten“, sagt Betriebsleiter Ekhard Wolter zum Beginn der Erdbeersaison. Doppelt so viel wie auf dem Freiland. Frostschäden gab es in den Folienhäusern nicht.

Die Ernte wird aber in diesem Jahr insgesamt nicht so berauschend ausfallen, ist sich  Wolter sicher. Grund seien die frostigen Nächte im April. „Wir mussten zehn Nächte raus, um unsere Freiland-Erdbeeren zu schützen“, sagt der Betriebsleiter.

Die Preise steigen

Trotz der Anstrengungen seien die Schäden enorm. Wolter beziffert den Verlust bei den Freilandfrüchten auf 30 Prozent. Er glaubt, dass sich die Menschen in der Region in diesem Jahr auf einen Erdbeermangel einstellen müssen. Und auch auf höhere Preise.

„Jetzt gibt es noch nicht so viele Erdbeeren, dann kommen alle auf einmal auf den Markt, Ende Juni wird wohl Schluss sein“, schätzt er. Optimistischer ist er bei seinen „Tunnelbeeren“. Sie hätten die Kälte unter dem Schutz der Foliendächer gut überstanden.

„Und diese Erdbeeren sind absolut gesund“, erklärt er. Die Pflanzen seien nicht Wind und Wetter ausgesetzt gewesen, deswegen gebe es keine Pilzerkrankungen. Die Pflanzen kämen dadurch ohne Pflanzenschutzmittel aus.

„Die Hummel ist ganz geil auf die Erdbeerblüten“

Die Obstbauern des Gutes konnten sich in den Tunneln auf einen neuen kleinen Helfer verlassen: die Hummel. Pro Tunnel wurde ein Hummelvolk zur Bestäubung eingesetzt. „Ein Volk besteht aus 50 Tieren“, erklärt Bodo Mönich, der Eigentümer des Gutes.  Es habe seinen guten Grund, dass die  Hummeln nicht einfach davonfliegen, wenn die Folientore  geöffnet seien. „Die Hummel ist ganz geil auf die Erdbeerblüten. Sie will gar nicht weg.“

Über eine schlechte Ernte mag Mönich nicht reden. Aber ja, der April habe es in sich gehabt. Dass die Obstbauern durch den Frost herbe Ertragsverluste erleiden werden, weiß auch Agrarstaatssekretärin Carolin Schilde. Man sei dabei, die Schäden zu erfassen, um dann den Obstbauern finanziell unter die Arme zu greifen. 

Schilde appelliert aber auch an die Verbraucher, verstärkt regionale Produkte zu kaufen und so die Obstbauern zu unterstützen. Bisher stammen nur rund 19 Prozent der in Berlin und Brandenburg verzehrten Erdbeeren aus der Region.

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