Das tödliche Drama in einer Seniorenresidenz in Wilmersdorf. Heinz S. griff in der Nacht zum 24. November seinen 69 Jahre alten Geliebten Jürg L. an. Mehrfach stach er mit einem Messer auf ihn ein, zog ihm eine Plastiktüte über den Kopf. Bis sich Jürg L. nicht mehr regte.
"Ihn so verkümmert zu sehen, brach mir das Herz"
Bleich, zitternd, weinend saß Heinz S. nun vor dem Richter. Ein Geständnis ohne Wenn und Aber: „Ich wollte uns beiden das Leben nehmen.“ Er sei nach der jahrelangen Pflege des hilflosen Partners total überfordert, verzweifelt, wie in einem schwarzen Tunnel gewesen.
Eine atypische Form von Parkinson. Ab 2012 verschlechterte sich der Zustand von L. dramatisch. S.: „Ihn so verkümmert zu sehen, brach mir das Herz. Ich wusste, dass er so ein Leben nicht mehr führen wollte.“
Der Totschlags-Prozess geht Montag weiter
Ein Paar ohne Geldsorgen. Professionelle Hilfe wäre sofort möglich gewesen. Fatal: Heinz S., studierter Techniker und Ex-Uni-Mitarbeiter, griff nicht darauf zurück: „Jürg verabscheute es, Fremde an sich heranzulassen.“
Schlaftabletten verabreichte er L. vor dem Angriff, wollte ihn mit einem Kissen ersticken. Es gelang ihm nicht. Er nahm ein Messer. Stach zu, obwohl L. bat: „Nicht!“ Als man S. fand, lag er mit Schnittwunden am Puls am Boden. Der Totschlags-Prozess geht Montag weiter.
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