Tucson - Im Wahlkampf machte Sarah Palin die Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords zur Zielscheibe. Im Wortsinne. Um ihre Anhänger bei der "Tea Party" anzufeuern, symbolisierte sie auf einem Plakat die 40-Jährige und 19 demokratische Kandidaten als "abschussreif". Und so geschah es nun. Nach einem Attentat liegt Giffords mit einem Kopfschuss im Krankenhaus. Sie ist inzwischen wieder ansprechbar. Ärzte bezeichnen ihren Zustand aber noch als "kritisch". Der Schütze sitzt in Haft. Nach einem Komplizen wird gefahndet.Da hilft es Palin nicht viel, dass sie ihre makabre Art der politischen Auseinandersetzung mit einem Kondolenzschreiben aus der Welt schaffen möchte. Polizeichef Clarence Dupnik lässt sich von frommen Worten nicht einlullen: "Jetzt kann man sehen wie labile Menschen auf das Gift reagieren, das aus anderer Munde kommt."Auch Jared Loughner war anfällig für derartige Parolen. Es war das ideologische Kernstück, um das herum er sich sein eigenes wirres Weltbild baute, dem nun sechs Menschen zum Opfer fielen. Loughner wohnte noch bei seinen Eltern - nur fünf Minuten vom Tatort entfernt. Nachbar John R.: "Er war ein Einzelgänger. Ich habe ihn oft gesehen, wie er mit dem Hund spazieren gegangen ist. Er trug fast immer einen Kapuzen-Pullover und hörte Musik aus dem iPod." Seine "Myspace"-Homepage illustrierte er mit einem Foto von einer Waffe, die auf einem Geschichtsbuch liegt. In einer Kurz-Biografie führt er als seine Lieblingsbücher auch Hitlers "Mein Kampf" und Karl Marx' "Kommunistisches Manifest" auf. Grant Wiens (22), der mit Loughner auf die selbe Highschool gegangen war: "Er kiffte und ließ sich durchs Leben treiben. Er war sehr politisch interessiert und hat oft Diskussionen angezettelt."Im Dezember 2008 wollte Loughner beim Militäer anheuern. Doch er wurde noch nicht einmal für den Eignungstest zugelassen. In einem wirren "YouTube"-Manifest verurteilt Loughner die Polizei als "verfassungswidrig" und empfand es als "persönliche Attacke, wenn man mich einen Terroristen schimpfen würde". Sein Mitschüler Wiens erzählte, dass der Attentäter 2007 Giffords bei einer Wahlkampf-Veranstaltung schon einmal getroffen hatte: "Er fand sie einfach nur ungebildet."Am 30. November kaufte er sich eine halbautomatische Pistole mit 60 Kugeln vom Kaliber 9 Millimeter. Dazu noch zwei Ersatz-Magazine. Wenige Stunden vor seiner Bluttat verabschiedete er sich auf MySpace mit den Worten: "Goodbye friends. Bitte seid nicht böse auf mich."Die Polizei fahndet inzwischen nach einem zweiten Mann, der mit Loughner vor der Tat zusammen gesehen wurde. Ein Sprecher: "Wir schließen nicht aus, dass der Schütze einen Komplizen hatte."------------------------------BU: Nach diesem Mann fahndet die Polizei in den ganzen USA. Er könnte der Komplize des Attentäters sein, wurde mit ihm gesehen.
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