Er gibt Biber zum Abschuss frei Weil fünf Tiere getötet werden: Naturschützer wollen jetzt klagen

Landrat Gernot Schmidt

Marion Klemp
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Seelow - Für die Einen zieht Gernot Schmidt nur die Reißleine, für andere ist er ein fieser Tierhasser: Als erster Landrat Brandenburgs gab er streng geschützte Biber zum Abschuss frei. Umweltverbände wollen dagegen rechtlich vorgehen.Viele hochwassergeplagte Oderbruch-Bewohner (Märkisch-Oderland) sehen im Biber einen Feind. Weil er Bäume fällt, Wasser anstaut, im Deiche wühlt. Trotzdem darf den Nagern kein Haar gekrümmt, noch das Wasser um ihre Burgen abgegraben werden. SPD-Mann Schmidt macht jetzt die Ausnahme: Er gab fünf Biber zum Abschuss frei, so wie es ein Öko-Bauer beantragte. Über weitere fünf Anträge auf Biber-Jagd wird noch entschieden."Die Tötung von Bibern lehnen wir strikt ab und erwägen rechtliche Schritte", sagt Katharina Weinberg (35), Landeschefin des Naturschutzbundes. Doch Klagen nimmt der Landkreis in Kauf, verteidigt seine umstrittene Entscheidung. Denn laut Landes-Erlass "Vollzugshinweise Biber" dürfen die Tiere im Ausnahmefall auch getötet werden. "Und das hier ist so ein Fall", sagt Kreis-Sprecher Tobias Seyfarth. "Seit 2007 machen die fünf Biber dem Landwirt Probleme, gefährden seine Existenz. Und alle Versuche in den drei Jahren, die Tiere zu vergrämen und Schäden zu begrenzen, scheiterten." Niemand wolle den Biber ausrotten, versichert Seyfarth. Ihre Zahl in Märkisch-Oderland werde derzeit auf etwa 700 Tiere in 230 Revieren geschätzt. MKL------------------------------BU: Am Wochenende machten Bauern und der Verein "Wir im Oderbruch" mobil gegen Biber (KURIER berichtete).

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