Entsorgung immer teurer

Die Ferkel-Statistik der Bezirke

Kaum wird es warm, werden Parks zugemüllt.

Norbert Koch-Klaucke
Lesezeit 2 Min
Zugemüllt: So sah es im Park an der Treptower Straße in Neukölln aus.

Zugemüllt: So sah es im Park an der Treptower Straße in Neukölln aus.

© Thomas Lebie

Die Vermüllung der öffentlichen Grünanlagen der Hauptstadt nimmt im Frühjahr und Sommer immer mehr zu. Das belegt jetzt die Senatsumweltverwaltung mit Zahlen von 2015 und 2016 in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linken-Abgeordneten Marion Platta.

Besonders schlimm ist es in Neukölln

Berliner und die Besucher der Stadt sind echte Dreckfinken. Essensreste, Gläser, Tüten, Plastik-Becher und -flaschen werfen sie achtlos auf die Straße und  ins Grüne. 70 bis 80 Prozent des Abfalls beseitigen BSR und Grünflächenämter mittlerweile in Parks und von Spielplätzen. Darüber klagen vor allem die  Bezirke Charlottenburg-Wilmersdorf, Spandau und Reinickendorf.

Besonders schlimm ist es in Neukölln. Für den Bericht der Senatsumweltverwaltung gab der Bezirk an, dass sogar Fernseher, Waschmaschinen und alte Möbel in den Grünanlagen landen. „Wobei diese illegale Müllentsorgung zum Teil schon per LKW stattfindet“, heißt es.

Reinigung des Mauerparks jährlich 100.000 Euro

Dass die Vermüllung der Parks und Spielplätze in Berlin drastisch zunimmt, zeigen die Summen, die für die Abfallbeseitigung ausgegeben werden. Denn die Reinigung der öffentlichen Grünanlagen müssen die Bezirke veranlassen und finanzieren. Laut Senat-Bericht hatte Pankow die höchsten Kosten. 2,15 Millionen Euro gab der Bezirk 2015 für die Abfallbeseitigung aus, 2016 waren es sogar 2,5 Millionen Euro. Alleine die Reinigung des Mauerparks koste jährlich 100.000 Euro.

Fast bis zu einer  halbe Million Euro müssen Friedrichshain-Kreuzberg und Treptow-Köpenick bezahlen, die viele Grünanlagen haben. In Spandau liegen dagegen die Kosten unter 200.000 Euro. Die Differenzen ergeben sich aber auch daraus, dass einige Bezirke nicht die Personalkosten für die Beseitigung mit eingerechnet haben.

Die Bezirke können den Großteil des Park-Mülls noch nicht einmal verwerten, um einen Teil der Kosten zu decken. „Da die Abfälle im Regelfall mit Speiseresten, Hundekot und vollen Windeln vermengt sind, kann keine Mülltrennung erfolgen“, klagt Neukölln laut Senat-Bericht. „Somit können auch keine Einnahmen damit erzielt werden.“

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