Energiesparlampen

Die schummrige Wahrheit

Mehr Verbrauch und weniger Licht – so tricksen die Hersteller

Anne Golling
Lesezeit 2 Min
Seit dem Verbot der Glühbirne ist die Energiesparlampe (re.) auf dem Vormarsch.

Seit dem Verbot der Glühbirne ist die Energiesparlampe (re.) auf dem Vormarsch.

© dpa

Besonders sparsam und trotzdem hell – so werden Energiesparlampen beworben. Doch viele sollen laut einer Analyse des europäischen Umweltschutz-Dachverbands EEB mehr Strom verbrauchen und weniger Licht liefern als auf der Packung steht. Möglich ist das laut einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ durch die in der EU geltenden Fehler-Toleranzen bei der Messung der Leistung im Labor.

Im Schnitt dürfen Angaben auf der Packung rund zehn Prozent von den tatsächlichen Messungen abweichen. Diese hohen Toleranzen schlagen viele Hersteller laut EEB auf die tatsächlichen Ergebnisse. Und schreiben sie auf die Verpackung.

Von dieser (legalen!) Schummelei bemerkt der Käufer im Laden natürlich nichts. „Aber das offene Schlupfloch ist eine Einladung“, heißt es vom EEB. Und: „Zweifellos wissen die Firmen, dass sie ihre Kunden betrügen.“

Hersteller-Namen nennt der Verband keine. Doch tatsächlich räumte etwa Osram als größter deutscher Leuchtmittelhersteller ein, die Toleranzen zu nutzen. Sie würden aber nicht voll ausgeschöpft.

Laut EEB entstehen für Verbraucher insgesamt Mehrkosten von bis zu zwei Milliarden Euro jährlich. Weil die Lampen in Wahrheit mehr Strom verbrauchen als die frisierten Angaben glauben lassen.

Laut der „Süddeutschen“ weiß die EU-Kommission seit Jahren von den Tricks der Hersteller. Eine Sprecherin zu der Zeitung: „In der Tat haben wir 2011/2012 herausgefunden, dass Leuchtenhersteller diese Toleranzen auf die Leistung, die sie für ihre Lampen messen, aufschlagen.“ Kommendes Jahr sollen deshalb strengere Vorschriften kommen. GOL

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com

Lesen Sie mehr zum Thema