Endlich!

Der Polizeipräsident hat ein Auge auf unsere Räder

Klaus Kandt (55) ist selbst Rennradfahrer und wirbt für den neuen Codierungs-Aufkleber

Holger Schacht
Lesezeit 2 Min
Klaus Kandt zeigt sein Rad.

Klaus Kandt zeigt sein Rad.

© Bernd Friedel Lizenz

Jeden Tag verschwinden statistisch 84 Drahtesel auf Berlins Straßen, 30 758 Drahtesel waren es im Jahr 2014. Das ist eine neue Höchstmarke, 4200 mehr als noch 2013. Kandt, der häufig mit dem Rad von seinem Zuhause in Zehlendorf zum Polizeipräsidium nach Tempelhof fährt (mehr als 13 Kilometer) ist vom Fach. Sein „Dynamics Signature“ (20 Gänge) habe mehr als 1000 Euro gekostet und es wäre „sehr ärgerlich“ wenn es geklaut würde.

Kandt: „Ich passe stets sehr gut darauf auf, benutze gute Schlösser.“ Die Polizei empfiehlt auf einem Flyer zertifizierte Bügelschlösser, die zwischen 25 und 95 Euro kosten. Die Klau-Aufklärungsquote liegt bei mageren fünf Prozent. Selbst Kandts Sohn wurde in Charlottenburg schon Opfer von Fahrraddieben.

Denen rückt die Polizei jetzt mit einer neuen Methode auf die Pelle. Heute (zwischen 10 und 12 Uhr) und am Donnerstag (zwischen 16 und 18 Uhr) können Radfahrer auf allen Berliner Polizeiabschnitten neue Codierungsaufkleber bekommen. Hauptkommissar Jens-Oliver Heuer von der Direktion 1 zählt mehrere Vorteile auf.

Der Fahrradrahmen wird nicht beschädigt. Viele Besitzer von Rädern mit Spezialrahmen (u.a. Carbon) verweigerten bisher die Kennzeichnung. Die Polizei erstellt mit den Aufklebern eine Datenbank, in der die Radbesitzer identifiziert werden können. In Zukunft sogar mit dem Scanner. Eine Datenbank gab es bisher nicht. Eingefräste Nummern kannten nur die Fahrradbesitzer – nicht aber die Behörden.

Polizisten sparen viel Zeit bei der Codierung. Fräsen dauert bis zu zehn Minuten. Aufkleben dauert nur Sekunden. Die Aufkleber sind wetterbeständig und wie die TÜV-Plakette nicht am Stück entfernbar. Sie haben einen Spezialkleber.
Unterstützt wird die Registrierung durch eine App (iPhone, Android), die kostenlos heruntergeladen werden kann.

Übrigens: Für den Termin mit der Erst-Codierung hat Kandt sein Rad nicht rausgeputzt: „Es sollte zu sehen sein, dass es benutzt wird.“ SCHA

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