Los Angeles

Fransenschleppe, Pixie-Schnitt und vergoldete Flügel: Die Tops und Flops der Emmys

Bei den 78. Emmys in Los Angeles trugen die Stars Gold, Kristall und ein komplettes Kostüm. Wir haben jedes Kleid angesehen und einen klaren Gewinner gefunden.

Foto von Autor/Autorin: Tobias Esters
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Drei Auftritte des Abends bei den 78. Emmy Awards in Los Angeles (von links): Nicole Kidman in Cremeweiß mit Federbesatz, Selena Gomez in einer goldenen Robe aus schmalen Metallbändern und Zendaya mit Pixie-Schnitt und kristallbesetztem Kleid.

Drei Auftritte des Abends bei den 78. Emmy Awards in Los Angeles (von links): Nicole Kidman in Cremeweiß mit Federbesatz, Selena Gomez in einer goldenen Robe aus schmalen Metallbändern und Zendaya mit Pixie-Schnitt und kristallbesetztem Kleid.

© Mark J. Terrill/Invision/AP/dpa; LISA O'CONNOR/AFP

Zendaya kam in nudefarbenem Tüll, über und über mit Kristallen besetzt – und mit einem Pixie-Schnitt, der kürzer nicht sein könnte. Selena Gomez erschien in einer goldenen Säule, die aussah wie die Trophäe selbst. Und die Komikerin Megan Stalter kam als Emmy, vergoldet von der Stirn bis zu den Zehen. Am Montagabend Ortszeit wurden im Peacock Theater in Los Angeles zum 78. Mal die Emmys vergeben. Die Bilder des Abends entstanden davor, auf dem Teppich. Wir zeigen die besten und kuriosesten Outfits des Abends!

Zendaya bei den 78. Emmy Awards in Los Angeles – mit Pixie-Schnitt und kristallbesetztem Kleid.

Zendaya bei den 78. Emmy Awards in Los Angeles – mit Pixie-Schnitt und kristallbesetztem Kleid.

© LISA O'CONNOR/AFP

Zendaya, nominiert als beste Hauptdarstellerin in einer Dramaserie für „Euphoria", gewinnt den Abend. Nicht im Saal, dort ging der Preis an Rhea Seehorn für die Science-Fiction-Serie „Pluribus". Aber auf dem Teppich, und zwar deutlich. Das Kleid von Prada: nudefarbener Tüll, flächendeckend mit Kristallen besetzt, tiefer V-Ausschnitt bis zur Taille, eine Schleppe, die auf dem blauen Teppich ausläuft. Solche Kleider ertrinken meistens in sich selbst.

Hier passiert das Gegenteil, und das liegt am Kopf. Der Pixie-Schnitt legt Hals, Schultern und Kiefer frei und gibt dem Funkeln eine harte Kante, gegen die es arbeiten kann. Ein einzelner Ohrstecker, eine schmale Uhr am Handgelenk, sonst nichts. Es ist nicht ihr erster kurzer Schnitt – die amerikanische „Vogue" spricht von einer Rückkehr zum Pixie. Unser Urteil: Sie sollte dabeibleiben.

Selena Gomez in einer goldenen Robe aus schmalen Metallbändern – das Kleid erinnert an die Emmy-Trophäe selbst.

Selena Gomez in einer goldenen Robe aus schmalen Metallbändern – das Kleid erinnert an die Emmy-Trophäe selbst.

© LISA O'CONNOR/AFP

Selena Gomez war in diesem Jahr gar nicht nominiert. Gekommen ist sie trotzdem so, wie man kommt, wenn man gewinnen will. Ihre Robe von Louis Vuitton besteht aus schmalen, waagerecht liegenden Metallbändern, die sich am Körper verjüngen und erst am Saum wieder aufgehen. Trägerlos, Fischschwanz-Silhouette, ein einziges Armband als Schmuck. Das Kleid arbeitet allein mit Licht.

Der Vergleich zur Emmy-Statuette liegt nahe. Er hält stand: Das Material reagiert tatsächlich wie gebürstetes Metall. Knapp geschlagen, aber nur knapp.

Michelle Pfeiffer bei den Emmys in Los Angeles – schwarzes Kleid, goldene Brosche, sonst nichts.

Michelle Pfeiffer bei den Emmys in Los Angeles – schwarzes Kleid, goldene Brosche, sonst nichts.

© Richard Shotwell/Invision/AP/dpa

Für das deutsche Publikum war der Abend auch ein Wiedersehen mit Gesichtern aus dem Fernsehen der Neunziger und Nuller. Michelle Pfeiffer, nominiert als Nebendarstellerin in einer Comedyserie, trug ein bodenlanges schwarzes Kleid von Saint Laurent mit langen Ärmeln und einem Ausschnitt, der bis zur Taille reicht. Dort sitzt eine goldene Brosche, am Handgelenk breite Goldreifen. Das war alles.

Es ist der sparsamste Auftritt des Abends und der souveränste. Wer so wenig macht, muss sicher sein, dass jedes Detail sitzt.

Cynthia Nixon bei den 78. Emmy Awards in Los Angeles – ihr weinrotes Plissee-Kleid läuft seitlich in weit abstehende Fächer aus.

Cynthia Nixon bei den 78. Emmy Awards in Los Angeles – ihr weinrotes Plissee-Kleid läuft seitlich in weit abstehende Fächer aus.

© John McCoy/IMAGO

Cynthia Nixon, in Deutschland seit „Sex and the City" bekannt, ging den entgegengesetzten Weg: weinrot, bodenlang, ein Entwurf von Issey Miyake aus feinen Plissee-Bahnen, die in Bögen um den Körper laufen und seitlich in weit abstehende Fächer auslaufen. Das ist Architektur, kein Abendkleid. Man kann darin kaum sitzen. Es ist trotzdem der mutigste Entwurf der Nacht.

Nicole Kidman in Cremeweiß – der breite Federbesatz rahmt die Schultern.

Nicole Kidman in Cremeweiß – der breite Federbesatz rahmt die Schultern.

© Mark J. Terrill/Invision/AP/dpa

Nicole Kidman trug eine cremeweiße, schmal geschnittene Säule von Chanel, tadellos gearbeitet. Das Problem sitzt oben: ein breiter Besatz aus weißen Federn, der die Arme einrahmt und die Schulterpartie optisch abschneidet. Ohne die Federn wäre es makellos.

Elle Fanning zeigt die Rückseite ihres mintgrünen Kleids – die Fransenschleppe zieht sich über den Teppich.

Elle Fanning zeigt die Rückseite ihres mintgrünen Kleids – die Fransenschleppe zieht sich über den Teppich.

© Richard Shotwell/Invision/AP/dpa

Elle Fanning erschien in Mintgrün mit feinem Glitzer, ein Entwurf von Ralph Lauren Collection, rückenfrei, mit einem Volant über der Schulter – von vorn der beste Auftritt, den sie seit Jahren hatte. Von hinten läuft eine bodenlange Fransenschleppe aus, die wirkt wie eine zweite, ausgefranste Kleiderschicht.

Dakota Fanning bei den 78. Emmy Awards – schwarzes Korsagen-Oberteil zu hellem Ballonrock.

Dakota Fanning bei den 78. Emmy Awards – schwarzes Korsagen-Oberteil zu hellem Ballonrock.

© FREDERIC J. BROWN/AFP

Ihre Schwester Dakota Fanning kombinierte ein strenges schwarzes Korsagen-Oberteil mit einem weiten, hellen Ballonrock. Beide Teile funktionieren für sich. Zusammen streiten sie.

Megan Stalter kam als lebende Emmy-Statuette zur Verleihung in Los Angeles – vergoldet, mit Flügeln und der Atomkugel über dem Kopf.

Megan Stalter kam als lebende Emmy-Statuette zur Verleihung in Los Angeles – vergoldet, mit Flügeln und der Atomkugel über dem Kopf.

© AMY SUSSMAN/GETTY IMAGES NORTH AMERICA

Megan Stalter gehört in keine Bestenliste, weil sie kein Kleid trug. Sie trug ein Kostüm: goldene Körperfarbe bis ins Gesicht, goldenes Oberteil, goldene Shorts, zwei riesige vergoldete Flügel und über dem Kopf die Atomkugel, die jede Emmy-Statuette trägt.

Halbherzig wäre das peinlich gewesen. Stalter zieht die Idee vollständig durch, bis zur hochgesteckten Frisur. Deshalb gewinnt sie den Abend trotzdem – nur in einer eigenen Kategorie.

Das sind die Abräumer der 78. Emmy Verleihung

Man könnte meinen, wer draußen gewinnt, gewinne auch drinnen. Die Preisliste widerspricht. Die Horror-Comedyserie „Widow's Bay" räumte 14 Emmys ab, so viele wie nie zuvor eine Comedyserie in einem Jahr, und „The Pitt" wurde erneut beste Dramaserie.

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