EM-Quali

Schlaffi-Leistung reicht immer noch zum pomadigen Sieg

Och nö, Leute, wo sind wir denn? Da traben die Weltmeister lange eher lustlos als engagiert über den Rasen. Eine Halbzeit lang brechen sie dabei fast über den Schienbeinschonern ab

A. Fröhlich
Lesezeit 3 Min
Während sich Bundes-Jogi fein die Nägel manikürt, quälen sich seine Jungs gegen Gibraltar wie Kruse hier beim Tor zum 2:0.

Während sich Bundes-Jogi fein die Nägel manikürt, quälen sich seine Jungs gegen Gibraltar wie Kruse hier beim Tor zum 2:0.

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Gerade erzielt Karim Bellarabi das 4:0. Genau 57 Minuten sind da vorbei. Viel Gutes hat Jogi Löw bis dahin nicht gesehen. Andre Schürrle (28.), Max Kruse (47.) und Ilkay Gündogan (51.) haben mit ihren Toren bis dahin schon vorgelegt. Eine Blamage, die es 45 Minuten lang hätte werden können, ist nicht mehr möglich. Aber Spaß hat das nicht gemacht, nicht einmal Jogi.

Na ja, seine Jungs sehen gegen die Freizeitkicker, die noch nicht einmal auf die Weltrangliste der Fifa aufgenommen sind, lange Zeit gar nicht gut aus. Umso mehr glänzt dafür Jogi. Gut macht er das. Zumindest kann er seinen Spielern nach dem dann doch standesgemäßen Sieg nicht mehr die Augen auskratzen oder sonst irgendwie weh tun. Maniküre auf der Trainerbank – das ist der Hammer. Das hilft den Nerven. Da vergisst der Jogi sicher die Schlaffi-Leistung und den ganz mies vergebenen Elfer von Bastian Schweinsteiger (10.). Und freut sich über den am Ende glatten Sieg.

Ist das wirklich noch EM-Quali? Oder doch eher Slapstick.

Natürlich sind die zweiten 45 Minuten eher das, was Jogi erwartet. Sechs Tore in 45 Minuten gehen immer, die lassen sich auch gegen Gibraltar sehen. Aber die Männer, die am Affenfelsen zu Hause sind, hatten sich einen Treffer durchaus verdient. Die Null steht nur, weil der aufmerksame Roman Weidenfeller auf der Hut ist und die teils haarsträubenden Fehler seiner Vorderleute ausbügelt.

Dabei haben sie vorm Anpfiff der zweiten Halbzeit noch ein Tornetz reparieren müssen. Mit Kabelbindern befestigen sie die Maschen am unteren linken Pfosten des Weidenfeller-Kastens. Irgendwie kurios, denn aushalten musste gerade dieses Tornetz nichts, nur das Kuller-1:0 durch Schürrle. Ansonsten wird es geschont.

Dafür das andere umso weniger. Nachdem sich Jogi die Fingernägel gefeilt hat, flutscht es. Plötzlich läuft alles glatt, kein Kratzer stört mehr das deutsche Spiel. Schürrle trifft zwei weitere Male (65., 71.), dazu Kruse (81.). Da hat Jogi wirklich ganz viel Fingerspitzengefühl bewiesen ...

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