Elbhochwasser steigt und steigt ... Und im Oderbruch fließt das Wasser einfach nicht mehr ab

Die Flutfalle

Marion Klemp
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Potsdam - Land unter in Brandenburg: Die Fluten von Elbe und Havel steigen immer weiter an. Und im Oderbruch fließt das Wasser einfach nicht mehr ab.7,34 Meter - das war der Höchststand bei der Rekordflut der Elbe 2002. Heute werden zum Scheitelpunkt der Flut bei Wittenberge 7,30 Meter erwartet. Seit gestern wird ein 2200 Hektar großer Polder eines Nebenflusses geflutet.Auch im Oderbruch steht auf den Wiesen Wasser. Nur fließt es dort nicht mehr ab. Seit vergangenen Sommer sind Felder überschwemmt, Schneeschmelze und Regen haben die Situation extrem verschärft.300 Meter winden sich zwei Feuerwehrschläuche in Manschnow entlang einer Straße zu einer Haustechnik-Firma, deren Gelände unter Wasser steht. Oliver Graf von der Freiwilligen Feuerwehr: "Wir pumpen den zweiten Tag, aber der See wird kaum kleiner." Eigentlich hätte der 31-Jährige, der bei der Berliner Feuerwehr arbeitet, frei. Das Hochwasser im Heimatort sorgt für seinen Dauereinsatz.Die Erde - seit vergangenen Sommer schon ein triefender Schwamm - kann kein Wasser mehr aufnehmen. Es kann nur von A nach B gepumpt werden, blubbert dann unberechenbar manchmal auch bei C nach oben. Etwa die Hälfte der Keller im Oderbruch ist nass. Bei Karl-Heinz Guder (72), der das letzte Mal 1968 Wasser im Keller hatte, steht es nun 20 Zentimeter hoch. "Obwohl die Pumpe ständig läuft", sagt er. "Steigt es zehn Zentimeter höher, ist mein Heizungskessel futsch." Abgesehen davon: Die feuchten Mauern beginnen zu schimmeln, Telefonanlagen fallen aus.Häuser wie auf Inseln, überquellende Gräben, halb verrottete Maispflanzen unter Wasser, weil die Felder nicht abgeerntet werden konnten. Im Oderbruch steht das Wasser "zum Teil höher als beim Oder-Hochwasser von 1947, der bisher schlimmsten Flut", sagt der Chef des Wasser- und Deichverbands, Martin Porath.Doch was ist der Grund für die Überschwemmung des 20 Kilometer breiten und 60 Kilometer langen Landstrichs? Behörden schieben es auf den vielen Regen vergangenes Jahr, Hochwasser in der Oder, dann kam der Schnee und jetzt das Tauwetter. Doch die Bewohner sehen das anders. Sie sagen, das Entwässerungssystem, das unter Preußenkönig Friedrich II. ab 1747 angelegt wurde, sei seit der Wende vernachlässigt worden. Karl-Heinz Guder: "Und manch ein Bauer hat Gräben zur Landgewinnung zugepflügt." Offenbar hat keiner mehr gewusst, wie wichtig das Entwässerungssystem ist.------------------------------BU: Ein Anwohner legt in Wittenberge Sandsäcke zum Schutz vor dem Hochwasser nieder.BU: Rund ums Haus von Tobias Stielke steht das Wasser. BU: Hochwasser im Oderbruch: Straßen sind nicht mehr passierbar.Zwischenzeile: SEIT SOMMER FLIEßT DAS WASSER NICHT MEHR AB

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