Der gelbe Elfgeschosser der Gewobag mit 108 Ein-Zimmerapartments wurde im Jahr 2012 für 2,7 Millionen Euro saniert. Auch die Heizungsanlage wurde erneuert. „Doch dann begannen die Probleme“, sagt David Wunder (42) und zieht sich die Decke um die Schultern. In seiner Ein-Zimmer-Wohnung ist es kühl, als er am Samstagabend nach Hause kommt. In der Heizung zirkuliert kein Wasser.
2012 wurde das Hochhaus saniert. Auch die Heizungsstränge sind neu.
© Sabine Gudath
Im ganzen Haus geht es Mietern ähnlich, am Abend noch wenden sie sich an die Hausverwaltung der Gewobag. Die registriert am Sonntag die Fehlermeldung im System, schickt am Montag einen Monteur. Doch der glaubt nur, den Schaden behoben zu haben. Als er wieder abdampft, bleiben die Heizkörper in vielen Wohnungen weiter kalt.
Heizlüfter sorgen für Ersatzwärme
„Leider kam es anschließend erneut zu einem Heizungsausfall“, heißt es von der Gewobag. „Ursächlich hierfür ist ein Rohrbruch im Fußboden.“ Tage vergingen, weil man in die Wohnung, in der das Rohr defekt war, nicht gleich hineinkam. „Wir haben umgehend alle notwendigen Schritte eingeleitet und gehen von einer funktionsfähigen Heizung im Laufe des heutigen Donnerstages aus“, teilt die landeseigene Gesellschaft mit.
Horst Rottenau zahlt für die Wohnung 420 Euro warm, auch wenn es kalt ist.
© Sabine Gudath
Doch auch am Freitag ist bei David Wunder noch Bibbern angesagt. „Der Wasserdruck reicht nur für die Hälfte des Heizkörpers“, sagt er. Und ärgert sich über die schlechte Informationspolitik der Verwaltung. Inzwischen hat sich Wunder von der Arbeit einen 2000-Watt-Heizlüfter mitgebracht. Der sorgt nun für etwas Behaglichkeit bei Außentemperaturen von -3 Grad Celsius.
Die zusätzlichen Stromkosten will er der Gewobag in Rechnung stellen. Das plant auch Nachbar Horst Rottenau. „Ich habe einen Schwerbehindertenausweis, leide an starker Arterienverkalkung. Wenn es kalt ist, habe ich Schmerzen“, sagt er. „Hier hat tagelang keiner an einer Reparatur gearbeitet. Informationen: Fehlanzeige. Sie sind nur kommunikativ, wen man ihnen massiv gegenüber tritt“, so Rottenau.
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