Eishockey-WM

Hitler-Skandal um Goalie Greiss

NHL-Star bugsiert sich ins Aus – DEB-Team verliert gegen Dänemark

Markus Lotter Sebastian Schmitt
Lesezeit 2 Min
Deutschlands Torwart Thomas Greiss

Deutschlands Torwart Thomas Greiss

© dpa

Ob das DEB-Team von der Aufregung der letzten 24 Stunden abgelenkt ist, lässt sich schwer sagen. Sicher ist: Platz vier in der Tabelle zu schaffen, wird schwer − bitter nach einer 2:0-Führung. Greiss, offiziell wegen einer Oberkörperverletzung auf der Bank, wird durch den Münchner Danny aus den Birken vertreten. Die Schlagzeilen gehören ihm dennoch.

Reporter des Deutschlandfunks haben diverse mit „Gefällt mir“ markierte Posts entdeckt, in denen Clinton beleidigt wurde. Wobei ein Vergleich zwischen Adolf Hitler und der Demokratin mit dem Titel „Nie verhaftet, nie verurteilt, genauso unschuldig wie Hillary“ die größte Geschmacklosigkeit darstellt.

Greiss hat die Likes mittlerweile entfernt. Aber das Internet vergisst nun mal nichts; und so einfach „entliked“ man sich nicht aus einem Skandal. Der DEB gibt beschämend zu Protokoll, dass man politisch neutral sei und den Spielern die Meinungsfreiheit nicht nehmen wolle. Die wird aber dann zum Problem, wenn damit die Gräueltaten eines Völkermörders verharmlost werden. DEB-Vizepräsident Marc Hindelang will nicht über mögliche Konsequenzen sprechen: „Der Hitler-Vergleich ist ein No-Go. Wir wollen aber klarstellen, dass Thomas Greiss kein Rechtsextremist ist.“ Greiss äußerte sich bisher nicht.

Klar positioniert sich Alfons Hörmann. Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes stellt klar, dass Greiss als Repräsentant Deutschlands nicht mehr denkbar ist. Im Hinblick auf die Olympischen Winterspiele im Februar 2018 in Südkorea wird Hörmann deutlich: „Wer so agiert oder kommuniziert, kann nicht Teammitglied in Pyeongchang sein.“

Falls Greiss sogar aus dem Kader der laufenden WM fliegt, steht Ersatz bereit. Philipp Grubauer (Washington Capitals) befindet sich nach dem Play-off-Aus im Anflug. Ob der Goalie zusammen mit NHL-Jungstar und Hoffnungsträger Leon Draisaitl schon am Sonnabend gegen Italien (20.15 Uhr/Sport1) mitmischen kann, ist noch offen. LOT/SES

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