Wer immer ihm im roten Gewand über den Weg lief, bekam eine Breitseite ab. Die Schimpfkanonaden setzten sich auch in der Kabine fort.
Haaste Töne! Der 32-Jährige ist alles andere als ein Motzki. Doch der Kick am Tag nach seinem 32. Geburtstag hatte ihm gründlich die Laune verhagelt.
„Daniel war zu recht aufgebracht. Und Fußball ist nun mal emotional. Da sollte man das, was man nach so einem Spiel zu sagen hat, auch vorbringen. Ich finde es gut. Es gehören auch mal laute Töne dazu“, so Fabian Schönheim.
Union droht die alte Leier. Zu viele Gegentore. Gegentreffer nach Standards. Die ungeliebte Fehlstartproblematik. Auf dem Rückflug an Bord der LH202 nach Tegel herrschte gedämpfte Stimmung.
Jeder war nur mit sich selbst beschäftigt, grübelte: Wie konnte das passieren? Wir hatten die doch eigentlich im Sack!
Keiner der Köpenicker Reisegruppe an Gate A16 hatte Augen für das schöne Retro-Design des A321-Airbus. Alle Augen waren nicht auf das 50er-Jahre-Branding des Fliegers gerichtet, sondern schauten nur nach innen.
#Umbr
Doch am Tag danach hatten die Jungs ihre Sprache wiedergefunden. Teaminterne Aussprache in der Kabine. Weit über 90 Minuten geigte sich die Truppe die Meinung.
Es wurde Klartext gesprochen. Hart in der Sache. Aber nicht gegen Einzelne. „Es muss sich nach so einem Spiel ja auch jeder erst einmal selbst an die eigene Nase fassen. Wir müssen uns alle hinterfragen“, räumte Schönheim ein.
Defensivverhalten, Laufbereitschaft. Auch das trügerische Gefühl der Sicherheit nach dem vermeintlich genickbrechenden 3:2 durch Damir Kreilach. Alles wurde angesprochen. Erst um 11.42 Uhr ging es raus zum obligatorischen Ausradeln.
Insgesamt ein gutes Zeichen. Ein Zeichen, dass es in der Truppe untereinander eigentlich stimmt. „Wir haben nach dem Spiel klarere Worte gefunden als sonst“, ließ Schönheim einen kleinen Blick in die Teamkabine zu.
„Ganz erklären konnten sich die Köpenicker die Pleite nicht. Einig aber waren sie sich darin, dass das nicht wieder vorkommen sollte.
Ganz vorbei ist die Aufarbeitung der Pleite damit aber immer noch nicht. Die obligatorische Videoanalyse steht noch aus. Ein Horrorfilmstreifen vom Feinsten.
Und den wird Trainer Norbert Düwel seinen Jungs nicht ersparen. Egal wie sehr die vorher untereinander Tacheles geredet haben.
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