Eisbärin im Zoo Berlin

Knut-Mutti Tosca wird eingeschläfert

Bald sind Knut und seine Eisbären-Mutti im Bärenhimmel vereint.

Mike Wilms
Lesezeit 2 Min
Eisbärin Tosca folgt ihrem Sohn Knut in den Bärenhimmel.

Eisbärin Tosca folgt ihrem Sohn Knut in den Bärenhimmel.

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So eine bittere Nachricht musste Zoo-Chef Andreas Knieriem (49) in seiner Amtszeit noch nie verkünden. In einer Mitteilung heißt es: „Das Verhalten von Tosca hat sich in den letzten Wochen drastisch verschlechtert.“ Die einst stolze Eisbären-Dame stolpert nur noch orientierungslos durchs Gehege. Sie hat stark abgenommen, kann seit etwa 14 Tagen ihren Stall nicht mehr verlassen. Knieriem geht es jetzt darum, ihr „unnötiges Leiden“ zu ersparen. Tosca wird erlöst.

Es ist das erste Mal in der 171-jährigen Geschichte des Zoos, dass eine Ethik-Kommission den Tod eines Tieres begleitet. Zoo-Pfleger, Tiermediziner, externe Fachleute: Sie alle begutachteten gestern Vormittag den Zustand der Eisbärin. Laut Knieriem ist nicht mehr davon auszugehen, „dass sich die Lebenssituation von Tosca ändern wird“. Der genaue Zeitpunkt ihrer Einschläferung wird in den nächsten Tagen gewählt – „im Sinne des Tieres“.

Tosca wurde 1986 in Kanada geboren. Sie war eine Attraktion im Staatszirkus der DDR, bevor sie 1998 in den Berliner Zoo kam. Dort brachte sie 2006 den späteren Superstar Knut auf die Welt. Weil es mit Tosca und Knut aber erst nicht so klappte, übernahm Tierpfleger Thomas Dörflein († 44) die Erzieher-Rolle für den knuffigen Kerl. Erst später, als Knut schon größer war, fanden Mutter und Sohn zueinander.

Nach Toscas Tod wird Eisbärin Katjuscha (30) die Letzte ihrer Art im Berliner Zoo sein. Alle anderen treffen sich bald wieder – als große Familie vereint im Bärenhimmel.

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