Eisbären, das ist der blanke Play-off-Wahnsinn! Wie in den Pre-Playoffs in Straubing fiel auch in Viertelfinael-Spiel 6 die Entscheidung erst in der dritten Verlängerung. Das erlösende Tor beim 4:3 (3:0, 0:2, 0:1/1:0) gegen Mannheim schoss Marcel Noebels in der 101. Minute. Morgen kommt es zum absoluten Showdown in Mannheim (20 Uhr) um den Einzug ins Halbfinale. Jetzt müssen wir auswärts gewinnen“, sagte der Matchwinner.
Schon Noebels’ Tor fühlte sich an wie ein ganz großer Sieg für den EHC. Die Spieler warfen sich übereinander, nachdem sie dem Play-off-Tod gerade noch mal so von der Schippe gesprungen sind. „Wir leben noch“, freute sich Trainer Uwe Krupp, als er aus der Kabine kam. Von dort drangen Jubelschreie nach außen.
Die ganze Dramatik dieses Nachmittags und Abends war nach dem ersten Drittel noch völlig unvorstellbar. Die Eisbären hatten die Adler kaum atmen lassen. Vor allem Nick Petersen machte den Unterschied. In der dritten Minute traf er per Penaltyschuss. Beim 3:0 legte der Berliner Hauptrunden-Topscorer in doppelter Überzahl ein (10.). Und weil dazwischen Noebels (7.) erstmalig eingenetzt hatte, sah es wieder nach einer herben Klatsche für die Mannheimer aus. „Wir haben mächtig Dampf gemacht“, sagte Petersen, „hätten noch mehr Tore machen könne.“
Faden verloren
Obwohl die Bären zu Beginn des zweiten Drittels dreieinhalb Minuten in Überzahl spielten, verloren sie ihren Faden. Auch weil sie jetzt häufiger vom Eis mussten. Als Jens Baxmann auf der Strafbank saß, schoss Chad Kolarik die Gäste zum Anschluss (29.).
Und es sollte noch schlimmer kommen. Ausgerechnet Matthias Plachta, das Mannheimer Schreckgespenst schlechthin, brachte die Adler wieder richtig nah ran (31.). Plötzlich herrschte Panik unter den 14.008 Zuschauern.
Die Angst vor dem Scheitern ermöglichte im Schlussdrittel kaum eine brauchbare Aktion. Als Plachta eine erneute Mannheimer Überzahl verwertet hatte (53.) war der vorzeitige k. o. plötzlich zum Greifen nah. Blankes Entsetzen war vielen Berliner Fangesichtern abzulesen. Denn größer hätte der Druck in der Verlängerung gar nicht mehr sein können.
Dann nahm Marathonmatch seinen Lauf. Zwei Verlängerungen reichten nicht aus für die Entscheidung. In der 99. Minute schien es dann soweit, die Berliner Bank war komplett aufs Eis gelaufen. Die Schiedsrichter erkannten den Treffer aber nicht an, weil der Puck wohl die Linie nicht überschritten hatte. Und dann kam Noebels, der in Überzahl alle Dämme zum Brechen brachte.
Jetzt geht es darum, sich zu erholen. „Wir haben alle die gleichen Voraussetzungen“, sagte Noebels. Den fitteren Eindruck hinterließen aber die Berliner.
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