Der Kanadier dreht auf

Eisbären freuen sich: Alter Kumpel macht auch Julian Melchiori stark

In seiner ersten EHC-Saison hatte der Verteidiger wie das ganze Team Probleme. Jetzt läuft es – auch dank Neuzugang Patrice Cormier.

Fred Nell
Lesezeit 3 Min
So soll es sein: Julian Melchiori klatscht auf dem Weg in die Kabine mit Eisbären-Fans ab. 

So soll es sein: Julian Melchiori klatscht auf dem Weg in die Kabine mit Eisbären-Fans ab. 

© Moritz Eden/City-Press

Die Eisbären marschieren. Mit dem 6:2 gegen Meister München wurde die DEL-Spitze verteidigt, am Freitag in Frankfurt (19.30 Uhr) soll der nächste Sieg her. Einer, der seinen Anteil am Erfolg hat, ist Julian Melchiori (31). Der Verteidiger startet durch.

Letzter Beweis: Beim Sieg gegen München steht für den Kanadier ein +4 zu Buche. Was nichts anderes heißt, als dass der 1,92-Meter-Hüne bei vier Eisbären-Treffern und keinem Gegentor auf dem Eis stand. Melchiori grinst durch seinen dichten Bart: „An plus vier in einem Spiel kann ich mich gar nicht erinnern. Eine solche Zahl habe ich vielleicht mal bei den Junioren erreicht.“

Wiedersehen bei den Eisbären Berlin

Sein persönlicher Höhenflug hat vielleicht auch was mit einem Neuzugang zu tun. Seit Patrice Cormier (33) zu den Eisbären stieß, scheint Melchiori irgendwie aufzuleben. Der alte Kumpel tut ihm gut.

Julian verrät: „Wir haben schon in Kanada – vor allem in Manitoba, aber auch in anderen Teams – lange zusammengespielt. Nicht nur wir beide sind dadurch befreundet, auch unsere Frauen sind es. Die Verbindung der Familien ist auch nicht abgerissen, als Patrice fünf Jahre in Kasachstan und Russland gespielt hat.“

Frau Melchiori half bei Entscheidung für die Eisbären

Was liegt da näher, als dass vor allem Patrices Ehefrau Tanya vor dem Wechsel ihres Mannes ein bisschen vorfühlte, um welchen Verein es sich bei den Eisbären handelt. Leslie Melchiori hatte trotz der katastrophalen Vorsaison wohl ganz viel Gutes zu berichten.

Schau an: Eisbär Patrice Cormier kann nicht nur mit dem Puck, sondern auch mit dem Ball.

Schau an: Eisbär Patrice Cormier kann nicht nur mit dem Puck, sondern auch mit dem Ball.

© Moritz Eden/City-Press

Übrigens: Wie Cormier unterschrieb auch Melchiori einen Vertrag in der KHL, allerdings reiste er nach wenigen Wochen wieder aus Nischnekamsk ab, ohne ein Spiel für den Klub aus Tartarstan zu bestreiten. Er landete dann in Wolfsburg. Von den Grizzlys ging’s im Sommer 2022 weiter nach Berlin.

In den Eisbären steckt Energie wie nie

Allein auf die Freundschaft mit Cormier will Melchiori seine derzeitige Topform aber nicht zurückführen: „Wir haben im Sommer offensichtlich alle gut trainiert. Dadurch steckt in der Mannschaft viel mehr Energie als im vorigen Jahr.“

Und selbst das ist für Melchiori nur die eine Seite der Medaille: „Viel wichtiger für die gute Form der Eisbären scheint mir die Stimmung der Mannschaft abseits des Eises zu sein. Wir verstehen uns gut, achten uns gegenseitig. So was stärkt unser Selbstbewusstsein und baut auf.“

Julian Melchiori: Liebeserklärung an die Eisbären-Fans

Natürlich ist Melchiori klar, dass der EHC jetzt nicht locker alle Spiele gewinnt. Er weiß: „Wir müssen immer wieder konzentriert auftreten. Wenn der Einsatz nicht stimmt, hast du schnell ein Ding in der Kiste.“

Und dann sind da noch die tollen Fans. Melchiori ist hin und weg: „Wenn du gegen gute Mannschaften in Berlin Punkte holst, verdanken wir das auch den Fans. Ich spüre das an mir selbst, wie sie mich mit ihrer Stimmung zu einem Schritt mehr oder extra Körpereinsatz bewegen.“

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