Bären auf Reisen

In Kalifornien machen sie sich fit für den Titel

Während der Olympia-Pause muss in Los Angeles gearbeitet werden.

Peter Wiezorek
Lesezeit 3 Min
Sean Backman muss vor dem Tor des Gegners zurück zu alter Stärke finden. 

Sean Backman muss vor dem Tor des Gegners zurück zu alter Stärke finden. 

© City-Press GbR

Nach der Termin-Hatz mit englischen Wochen ohne Ende herrscht in der DEL plötzlich Ruhe. Zeit zum Abspannen? Von wegen! Eisbären-Legende Sven Felski kennt die Tücken einer so langen Pause mitten in der Saison: „Ein bisschen Erholung ist wichtig. Aber wenn du zu lange nichts machst, stehst du praktisch da wie nach der Sommerpause und müsstest eigentlich die komplette Vorbereitung wiederholen.“

So weit lassen es die Bären nicht kommen. Nach vier Tagen Erholung geht’s Mittwoch für acht Tage nach Kalifornien zum großen Bruder LA Kings. EHC-Trainer Uwe Krupp stellt klar: „Wir sind nicht zum Urlaub da.“ Neben dem Spiel gegen Ontario Reign (13. Februar, 4 Uhr MEZ), dem Farmteam der Kings, wartet viel Arbeit auf Krupp & Co., wenn es in den Play-offs weit gehen soll.

Special Team zum Laufen bringen 

In Über- und Unterzahl hat der DEL-Dritte die größten Reserven. Im Powerplay sind die Bären das drittschlechteste Team der DEL, beim Penalty Killing liegen sie auf Rang 10 von 14 Klubs. Da kann und muss man sich von den NHL-Stars was abgucken. Bären-Sportdirektor Stephane Richer: „Wir können die Trainingshalle der Kings nutzen, die Trainer tauschen sich aus.“ Und finden zusammen hoffentlich die Lösung, damit’s endlich klappt.

Torriecher richten

Sean Backman startete wie eine Rakete, ist mit 22 Toren unter den Top Drei der Liga-Schützen. Aber: Sein letztes Erfolgserlebnis ist jetzt schon zwölf Spiele her. Heimatluft (er kam von den Reign zum EHC) macht den verstopften Torriecher bestimmt wieder frei. Auch André Rankel (8 Tore in 31 Spielen) und Thomas Oppenheimer (6/35) wollen ihren durch lange Verletzungen ein wenig abhandengekommenen Killerinstinkt finden.

Gelassenheit tanken 

Zuletzt kassierten die Eisbären viele Strafen, weil sie sich vom Gegner provozieren ließen. Das ist in den Play-offs tödlich. Also: In LA das Flair der großen Eishockey-Welt mit jeder Pore aufsaugen. Das macht die Brust breit, an der man dann Krawallsucher abtropfen lassen kann.

Teambuilding

Auf Reisen rückt ein gutes Team wie die Eisbären noch enger zusammen, wird noch mehr zur eingeschworenen Gemeinschaft.
Es spricht also viel dafür, dass die Bären aus der Pause stärker zurückkommen, als sie hineingegangen sind. Und schon im Play-off-Modus sind, obwohl noch drei Hauptrundenspiele anstehen. Denn nicht nur Uwe Krupp weiß: „Nach der Olympia-Pause kann man die reguläre Saison zu den Akten legen. Dann geht es für alle Mannschaften komplett neu los.“ 

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