KURIER: Herzlichen Glückwunsch zum 25. Geburtstag.
Marcel Noebels: Jetzt geht’s langsam abwärts (lacht). Mit Kuchen und Torte muss ich ja ein bisschen aufpassen.
Ihre Familie und Freunde wohnen in Nordrhein-Westfalen. Wie feiern Sie?
Man will natürlich den Geburtstag mit den Liebsten feiern. Aber man hat sich über die Jahre dran gewöhnt, nicht zu Hause zu sein. Es gab schon schlimmere Zeiten, da war ich noch paar Kilometer weiter weg von zu Hause. (Zwischen 2010 und 2014 spielte und lebte er in den USA/d.Red.)
Haben Sie neben den Eisbären noch andere Kumpels in Berlin?
Die meisten sind schon in NRW. Aber ich war mit 14 ja schon mal in Berlin, da gibt es noch ein paar Kontakte, man sieht sich hin und wieder.
Marcel Noebels macht mit Jackett und Krawatte eine genauso gute Figur wie beim Tor-Jubel auf dem Eis.
© imago/Nordphoto
Am Montag war trainingsfrei. Wie haben Sie den Tag genutzt?
Ich habe meine eigene Hausfrau gespielt. Ich habe zum Beispiel Wäsche gemacht und war einkaufen. Ich war auch ein bisschen im Park spazieren mit dem Hund. Man denkt ans Eishockey, aber versucht, abzuschalten. Ich hoffe immer, dass es keinen Regen gibt, damit ich die Luft nutzen kann, um neue Gedanken zu finden.
Wie können Sie mit den Eisbären heute ab 19.30 Uhr in der MB-Arena Mannheim knacken?
Wir müssen spielen wie in den ersten beiden Spielen und den Spieß wieder umdrehen. Wir müssen einfach an uns glauben und selbst rauskommen wie die Feuerwehr.
Welche Rolle spielt das Heimrecht dabei?
Jede Mannschaft hat bis jetzt ihre Heimspiele gewonnen. Wir müssen halt gucken, dass wir hier zu Hause den Ton setzen und die Mannheimer nicht ins Spiel reinkommen lassen. Das wird nicht einfach, aber ich glaube, dass wir uns nicht zu verstecken brauchen. Wir müssen 60 Minuten Hockey spielen und nicht nur 40.
Liebling der Fans: Marcel macht gern die Welle, mindestens noch bis 2022.
© City-Press GbR
Bislang hat immer die Mannschaft im blauen Trikot gewonnen ...
Das soll natürlich so bleiben. Hart, aber fair – so muss unsere Herangehensweise lauten. Dann können wir den Druck auf das weiße Trikot zurückbringen.
Es sind ihre ersten Play-offs gegen Mannheim.
Die Eisbären-Tradition mit den Adlern ist auch was Besonderes für mich. Nicht nur, weil wir die Play-offs gegeneinander spielen. Wenn man die ganzen Geschichten von früher hört, das motiviert schon. Die Hallen sind so gut wie ausverkauft. Möglicherweise siebenmal gegen eine solches Team zu spielen, ist umso schöner.
Spielt der Kreuzbandriss noch eine Rolle, wegen dem Sie fast die ganze Hauptrunde aussetzen mussten?
Ich merke natürlich schon, dass da was war. Von null auf hundert Prozent ist nicht so einfach. In einem Spiel geht es besser, in einem anderen nicht so.
Noebels weiß, wie’s geht: In zehn Spielen seit dem Comeback schoss die Nr. 92 vier Tore.
© imago/Matthias Koch
Viele Spieler pflegen bestimmte Rituale in den Play-offs. Sie auch?
Ich bin wirklich abergläubisch. Ich fahre immer zusammen mit Julian Talbot zum Spiel, wir trinken meistens einen Kaffee vorher. Dann ziehe ich immer alles mit links an, vom Socken über den Schlittschuh bis zum Ellbogenschoner. Mein Vater hat erzählt, dass meine Mutter vor jedem Spiel eine Kerze anzündet.
Haben Sie auch schon vom Eishockey geträumt?
Der schlimmste Traum war, dass ich mich an eine Schulterverletzung erinnert habe, wie ich in die Bande gekracht bin. Der schönste war eine Szene, in der ich ein Tor geschossen habe, aber ich weiß nicht mehr, welches Trikot ich anhatte.
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