KURIER: Herr Hördler, Sie haben sieben Meistertitel mit den Eisbären gefeiert, waren Leistungsträger bei vielen Weltmeisterschaften. Hat Olympia für Sie da noch eine besondere Bedeutung?
Frank Hördler: Ich bin echt froh, dass es jetzt geklappt hat und ich dabei sein darf. Voraussichtlich ist es meine letzte Chance. Dieses Turnier findet eben nur alle vier Jahre statt.
Würden Sie ihre Karriere ohne Olympia als unvollendet betrachten?
Schon, ja. Ich würde mich ärgern, weil ich das Gefühl gehabt hätte, dass irgendetwas fehlt. Und mir vielleicht Vorwürfe machen, dass ich Dinge in meiner Karriere anders hätte machen müssen.
Andere Sportler müssen Nominierungskriterien für Olympia erfüllen. Sie sind auf den Anruf des Bundestrainers angewiesen...
Wir haben nach der vorläufigen Bekanntgabe ja noch mal eine Woche gehabt, in der wir darauf warten mussten, dass wir auch wirklich dabei sind. Das war natürlich sehr nervenzehrend und man hat schon immer wieder dran gedacht. Wenn ich zu hibbelig werde, ist meine Frau sehr direkt und sagt: „Jetzt reicht’s.“
Eisbär Frank Hördler kämpft bei Olympia für Deutschland und genießt die Wochen in Südkorea.Frank Hördler, Jonas Müller und Marcel Noebels sind die Olympia-Eisbären.
© City-Press GbR
Was genau verbinden Sie mit Olympia?
Es ist das größte sportliche Ereignis im Winter. Wenn man bei der Eröffnung ins Stadion einläuft, dann siehst du jedem an, was es ihm bedeutet, hier dabei zu sein.
Aber die sportliche Qualität ist wegen des Fehlens der NHL-Profis schon geringer.
Ich höre ständig Leute sagen: „Die fehlen alle, das hat ja keinen Anreiz mehr.“ Ich sehe es nicht so, wahrscheinlich weil ich anders auf dieses Turnier blicke als Nicht-Eishockeyspieler. Natürlich fehlen die Spieler aus der NHL. Aber wenn mir einer sagt, dass dieses Turnier nichts wert ist, sagt er gleichzeitig, dass die russische KHL eine schlechte Liga ist. Es wird hier jedenfalls kein Teichhockey gespielt.
Vielleicht kann ja das deutsche Team eine Überraschung schaffen ...
Die Chancen sind mit einer starken Leistung immer da. Wir haben uns gegen Finnland auch schon gut geschlagen, als deren NHL-Jungs dabei waren.
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