Eisbär eiskalt

Jeder Schuss ein Treffer

Der EHC zerlegt die Adler Mannheim nach allen Regeln der Stürmer-Kunst.

Benedikt Paetzholdt
Lesezeit 3 Min
Louis-Marc Aubry (li.) und Jens Baxmann bejubeln das 2:1. 

Louis-Marc Aubry (li.) und Jens Baxmann bejubeln das 2:1. 

© dpa

Wie die Feuerwehr wollten die Berliner dieses Spiel beginnen. Doch irgendjemand hatte anfangs noch vergessen, den Notrufknopf zu drücken. Statt Tütata bestimmte Tralala die Anfangsphase. Für Stimmung sorgten erstmal nur die 12212 Fans selbst. Zur Unterstützung ihrer Mannschaft wedelten sie mit Fähnchen in EHC-Farben und entrollten ein Transparent mit dem Titel „Doch nur wir sie im Herzen tragen“.

Für den ersten Brandbeschleuniger sorgten ausgerechnet die Adler (17.). Luke Adam wuchtete im Powerplay einen Schlagschuss über die Fanghand von Bären-Keeper Petri Vehanen. Der EHC erholte sich schnell von diesem Schock. Charles Linglet ließ es nur 29 Sekunden später klingeln. Nachdem Nick Petersen zuvor die gesamte Adler-Abwehr ausgespielt hatte. Jetzt hatte das Spiel richtig Fahrt aufgenommen.

Im zweiten Drittel übernahmen die Männer in den blauen Heimtrikots das Kommando. Nach einer Super-Parade von Petri, der den erneuten Rückstand verhinderte, brannte es lichterloh vor dem Adler-Kasten. Neuzugang Louis-Marc Aubry, der wie Linglet immer mehr seine Bedeutung für die Berliner zeigt, brachte die Gastgeber mit einem Flachschuss auf Kurs (26.).

Dann ging es Schlag auf Schlag: Kapitän André Rankel, zuvor noch ohne Tor in vier Pre-Play-off und Play-off-Spielen, stand zweimal im Fokus: Beim 3:1 hämmerte er den Puck selbst in die rechte Ecke (29.). In der 37. Minute schob er den Puck millimetergenau zu Lolle Braun, der die Adler-Hoffnungen in diesem Spiel endgültig abfackelte. Die MB-Arena stand kurz vor der Explosion.

Und der Hunger war noch lange nicht gestillt, vor allem bei Lolle. Fünf Minuten nach der zweiten Pause wuchtete er die Scheibe mit 139 km/h zum fünften Mal an diesem Abend ins Mannheimer Tor. Vier Minuten vor dem Ende durfte sich dann auch noch Darin Olver feiern lassen, der vor dem Kasten nichts anbrennen ließ beim 6:1. Andre Rankel fasste es knackig zusammen: „Fast jeder Schuss war ein Treffer.“ Die Tor-Versager der Hauptrunde sind beerdigt. Entstanden ist eine neue Generation an Play-off-Monstern.

Und auch im Faustkampf ließen die Berliner nichts anbrennen. Als Mannheim-Rüpel David Wolf die Nerven verlor und auf seine Gegenspieler losging, fand er in Alex Roach einen würdigen Gegner. Seine Boxeinlage honorierten die Teamkollegen mit Stock-Applaus gegen die Bande.

„Oh wie ist das schön“, war das Motto des Abends. Nur das Feiern bis der Notarzt kommt, musste ausfallen. Schon Freitag geht es in Mannheim (19.30 Uhr) wieder zur Sache. Dann heißt es, sich auswärts auch heimisch zu fühlen und in den weißen Trikots zu gewinnen.

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com

Lesen Sie mehr zum Thema