Mal Hand auf’s Herz und weg vom Handy – spielen Sie schon oder gehen Sie tatsächlich noch ohne Jagdfieber vor die Haustür? Pokemon Go ist momentan DER Hit und hat alleine in den USA schon 200 Millionen Dollar eingespielt.
Zum Vergleich, das ist etwa fünf Mal mehr, als Uli Hoeneß an Steuern nachzahlen musste und mit dem Unterschied, dass der FC Bayern-Boss fürs Hinterziehen und nachher wieder Absitzen wesentlich länger gebraucht hat!
Wahnsinn. Nintendo hat geschafft, was Millionen von Eltern seit Erfindung des Computerspiels nicht auf die Kette bekommen. Der moderne Nerd von heute begibt sich zum Spielen tatsächlich wieder ins Freie und bewegt sich dabei mehr als Tiger Woods zu seinen besten Zeiten, also Golfer-Zeiten natürlich.
Mehr Sex hat man damit natürlich trotzdem nicht, schätze ich mal. Schließlich braucht man mindestens eine Hand und die volle Aufmerksamkeit, wenn man richtig durchstarten möchte. Man kann eben nicht alles haben.
Ich bin trotzdem hin- und hergerissen. Klar, ich könnte mir jede Menge Geld fürs Fitnessstudio sparen, und trotzdem eine top Beinmuskulatur aufbauen.
Doch während andere sogar nicht davor zurückschrecken, das ganz private Pokemönchen der nackten Freundin zu posten, weil sie gerade darauf einen erledigt haben, fühle ich mich schon alleine durch die Annahme unwohl, dass auch in meiner Wohnung einige dieser kleinen Viecher ihr Unwesen treiben könnten, sobald ich die Datensammelmaschine in Gang setze.
Denn ganz ehrlich, wir diskutieren auf der einen Seite permanent über Datenschutz, Lauschangriffe und Privatsphären und erlauben dann einer App nicht nur den Zugriff via GPS, sondern auch auf die Handy-Kamera und somit Einblick in die Wohnung oder den Arbeitsplatz.
Wer braucht schon ’nen Babysitter oder Big Brother. Pikachu is watching you. Wer’s mag, soll’s machen. Wichtig ist nur, dass man zumindest noch selbst schaut, wenn man eine Straße überquert. Dafür gibt es nämlich leider noch kein Update.
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