Charlottenburg - Seit 35 Jahren arbeitet Ursula Sarrazin schon als Grundschullehrerin, hat Tausende Kinder unterrichtet. Jetzt stellt sie fest: Die Schüler von heute wissen im Allgemeinen weniger als vor 20 Jahren. Auch mit den Eltern geht Sarrazin hart ins Gericht: Die würden sich zu wenig um die Bildung ihrer Sprösslinge kümmern.In einem Interview mit dem "Focus" kritisiert die Frau des umstrittenen Bestseller-Autors Thilo Sarrazin das Bildungsniveau ihrer Grundschüler. Bei vielen fehle es schon bei der Einschulung an Voraussetzungen, sagt sie: "Sie können nicht ruhig am Tisch sitzen und vermögen es nicht, Anweisungen Folge zu leisten. Ihre Fingerfertigkeit im Umgang mit Materialien ist schlecht entwickelt."Auch die Schulbücher seien heute "anspruchsloser". "Früher waren längere, schwierige Texte in den Deutschbüchern", sagt Sarrazin. Heute würden die Kinder viele Wörter nicht mehr kennen. Kritik übt sie auch an den Eltern: die würden sich zu wenig um den Bildungserfolg ihrer Kinder kümmern. Von der Politik verlangt Sarrazin deshalb, deren Mitarbeit stärker einzufordern.Mit ihrer Generalabrechnung reagiert Sarrazin darauf, dass die Elternvertreter der Reinhold-Otto-Grundschule in Charlottenburg sie als Lehrerin loswerden wollen (KURIER berichtete). Sie sei zu autoritär, schreie Schüler an und demütige sie, so der Vorwurf. Sarrazin bestreitet das. Sie verlange von allen Schülern nur sich anzustrengen.------------------------------Zitat: "Immer weniger Kinder können sich konzentrieren" Ursula Sarrazin
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