Der Export boomt. Die Wirtschaft jubelt. Trotz des Winters zeigt sich der Arbeitsmarkt stabil. Wirtschaftsminister Brüderle träumt von Vollbeschäftigung.Optimismus überall. Nur die Binnennachfrage könnte besser sein. Meinen Experten. Die Gewerkschaften hören das gern. In der kommenden Lohnrunde wollen sie nachholen, was sie bisher nicht geschafft haben: höhere Löhne.Trotz der Rekordzahlen beim Wachstum: die Währungskrise ist noch nicht ausgestanden. Die internationalen Finanzmärkte bestimmen noch immer wie es um den Kurs des Euro steht. Sie tun es hoch sensibel und gewinnorientiert. Sie sind durch öffentliche Äußerungen durchaus zu beeindrucken. Sie reagieren auf Geschwätz und auf Fakten.Unbeeindruckt hat sie der überraschende Vorstoß des EU-Kommissionspräsidenten Barroso gelassen, der eine Verstärkung des Euro-Rettungsschirms verlangte. Ohne Vorwarnung. Aus heiterem Himmel. Dass die Bundeskanzlerin und dass ihr Finanzminister darüber verärgert waren, ist zu verstehen. Dieser Vorstoß des EU-Oberkommissars störte die Vorbereitungen zu einer möglichen Stärkung des Rettungsschirmes für die Gemeinschaftswährung. Daran wird in Berlin in aller Stille gearbeitet.Ein Glück, dass Barroso auch auf den internationalen Devisenmärkten nicht wahrgenommen wurde. Die hochverschuldeten EU-Staaten Portugal, Spanien, Italien konnten neue, dringend benötigte Kredite zu erträglichen Bedingungen auf den internationalen Divisenmärkten aufnehmen. Das schaffte für den Euro, für den Rettungsschirm, eine Atempause. Sie ist kurz aber nützlich. Auch für die deutsche Wirtschaft.
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