„Der Einbruch wurde am Sonnabend gegen 10 Uhr von einem Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma festgestellt“, sagte ein Polizeisprecher. Laut ersten Erkenntnissen kamen die Täter in der Nacht zuvor vom Hof aus durch eine Not-Tür ins Bürgeramt. Sie entwendeten unter anderem Personalausweise mehrerer Berliner.
Wie viele betroffen sind, ist derzeit noch unklar. „Wir arbeiten an der Schadensfeststellung“, sagte Stadtrat Knut Mildner-Spindler, der auch Leiter der Abteilung Bürgerdienste ist, dem KURIER. Ob es die Einbrecher gezielt auf die Dokumente abgesehen hatten, kann er nicht sagen. „Aber es gibt sicher viele Leute, die derzeit eine Identität brauchen – und andere, die damit Geld verdienen.“ Die Polizei ermittelt in alle Richtungen.
Zahlreiche Berliner fürchten nun um ihre Daten. Zu leicht könnten die Diebe damit Schindluder treiben. Einer der Betroffenen ist Jens P. (Name geändert). Er wartet seit Tagen auf seinen neuen Personalausweis, wollte ihn am Dienstag abholen. „Vor Ort erfuhr ich von dem Einbruch – mein Ausweis sei unter den Unterlagen, die gestohlen wurden“, sagt er.
Jens P. macht sich Sorgen um seine Daten. „Es reicht ja schon eine Kopie, um beispielsweise im Internet Telefonverträge abzuschließen. Ich muss alle Internet-Portale, bei denen ich angemeldet bin, im Auge behalten. Denn überall könnte man sich mit dem Ausweis Zugang verschaffen.“
Am 2. Mai soll das Amt wieder wie gewohnt geöffnet sein, sagte Mildner-Spindler. „Unsere Mitarbeiter haben schon am Sonnabend begonnen, die Berliner zu kontaktieren, die in dieser Woche einen Termin hatten, um einen Ersatztermin zu finden.“
Die Unterbrechung habe deshalb für wenig Frust gesorgt. Und auch die, die ihre Dokumente durch den Einbruch verloren, sollen schnell Ersatz bekommen.
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