Wedding - Mit einem Skiunfall fing alles an. Im Winter 2005 rutschten der Hotelier Gerald Schroff (45) und der Professor für Mikrobiologie Ulf Stahl (67) in Lech am Arlberg gemeinsam gen Tal. Sechs Jahre später schicken sich die beiden Liebhaber hochprozentiger Getränke an, mit Berlins letzter Likörfabrik den Olymp der Spirituosen zu erklimmen.Der Skiunfall, obwohl glimpflich verlaufen, hatte weitreichende Folgen. Schroff und Stahl treffen sich an der Hotelbar wieder, entdecken ihre gemeinsame Passion: "edle Tropfen und Cocktailklassiker", sagt Stahl. Eine Idee wird geboren: Der alten Preussischen Spirituosen Manufaktur neues Leben einhauchen.Gegründet wurde sie 1874 als Versuchs- und Lehranstalt. "Den preußischen Bauern wurde damals die überschüssige Kartoffelernte abgekauft und daraus Alkohol gebrannt", erklärt Schroff. Deutschlands Brenn-, Brau- und Destillateurnachwuchs wurde hier ausgebildet. Unter dem Chemiker Max Delbrück entwickelte sich die Lehranstalt zu einer bedeutenden Likörfabrik.An diesen alten Ruhm wollen Stahl und Schroff anknüpfen. Im Oktober 2009 übernahmen sie die alte Manufaktur, die seit dem Ersten Weltkrieg im Dornröschenschlaf liegt, "samt seinem über hundertjährigen Fundus an Rezepturen und Destillationsanlagen", sagt Stahl stolz. Seither produzieren sie wieder edle Tropfen wie Danziger Goldwasser, Kurfürstlichen Magenbitter und den berühmten "Adler Gin". "Wir verwenden dabei nur hochwertige Rohstoffe und verzichten gänzlich auf Aromen", sagt Schroff. Ab 15,10 Euro kostet ein Likör, 30 Euro der "Adler Gin". Dafür kann der Kunde ein exklusives Produkt erwarten. Nur, was den Geschmackstest von Stahl und Schroff besteht, wird auch verkauft.------------------------------BU: Zimt-Likör ist eine der vielen Spezialitäten der Preussischen Spirituosen Manufaktur (o.). Gerald Schroff beschriftet ein Wodka-Lagerfass (r.) BU: Prof. Ulf Stahl begutachtet einen neuen Likör auf Basis von Holunderblüten-Mazerat.
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