"Sehr geehrter Herr Becker, wir hatten uns seinerzeit in London im ,Nobu' getroffen. Das Ergebnis unseres Meetings ist nun bereits im achten Monat."Als Boris Becker im Februar 2000 das Fax mit diesen Zeilen in der Hand hielt, wusste er kaum, wie ihm geschieht."Mir zog es die Füße unter dem Boden weg", beschreibt Becker die Situation in seiner Autobiografie. Das Fax kam von Angela Ermakowa. Die hübsche Russin war keine Affäre, nicht einmal ein One-Night-Stand. Viel mehr ein One-Minute-Stand.Nach seinem letzten Match auf dem Centre Court von Wimbledon am 30. Juni 1999 hatte sich Becker in besagte Londoner Bar verzogen. Seine Frau Barbara lag zu diesem Zeitpunkt in den Wehen mit Sohn Elias.Es war Ermakowas Blick, der Becker sofort auffiel. "Sie verließ ihren Tisch Richtung Toilette, ich hinterher. Fünf Minuten Small Talk, und schon ging's in der nächstmöglichen Ecke zur Sache. Ich will an dieser Stelle darauf verzichten, detailliert zu beschreiben, wie wir es gemacht oder besser: nicht gemacht hatten", äußert sich Becker zu seinem Seitensprung.Alles wäre wohl niemals aufgeflogen, hätte dieser Quickie nicht Anna zur Folge gehabt. Ein Kind, dasBecker zunächst nicht als seines anerkennen wollte.Aberwitzig, wenn man das kleine Mädchen anschaut, das ihrem Dad nicht nur aufgrund der rotblonden Haare wie aus dem Gesicht geschnitten aussieht. Von "Samenraub" war die Rede.Erst nach einem DNA-Test bekannte sich Becker schließlich zur Vaterschaft, dann auch öffentlich. Während er dem Quickie allerdings wenig Bedeutung beimaß ("Fünf Sekunden - ein Fehler, der mich ein Leben lang verfolgen wird"), lobte Ermakowa in einem 320 Seiten starken Enthüllungsbuch die Liebesqualitäten des Ex-Tennisstars: "Boris war wie ein junger Hengst."------------------------------
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com