Ein Mann für gewisse Überstunden Erst zur Film-Premiere, dann mit Dieter Kosslick im Reichstag, danach zum KURIER-Interview ...

Harrison Ford

Karim Mahmoud
Lesezeit 2 Min

Fester Händedruck, flusige Flausch-Frisur, schelmischer Bubi-Blick. Die Begegnung mit Harrison Ford (68) ist immer leicht einschüchternd und sie irritiert. Der Mann, dem die Frauenwelt zu Füßen liegt, ist eine Legende, eine Naturgewalt im Maßanzug. 43 Filme (darunter die "Star Wars"- und die "Indiana Jones"-Reihe), zwölf davon mit jeweils mehr als 100 Millionen Dollar Einspielergebnis.Wir treffen den schwer erfolgreichen Hollywood-Veteranen am Tag nach seiner umjubelten "Morning Glory"-Premiere (der KURIER berichtete) im Hotel Ritz-Carlton. Ford spielt in dem Film einen bockigen Nachrichtenmoderator, der keine Lust hat, Infos gegen Unterhaltung einzutauschen, nur damit die TV-Quote stimmt (ab Donnerstag in den Kinos). An seiner Seite: Diane Keaton (65) und die zauberhafte Rachel McAdams (32).Den Premierenabend in Berlin versüßte sich der Altstar mit einem Dinner im Restaurant "Käfer". Aber nicht nur. KURIER: Herr Ford, Sie haben gestern auch den Reichstag besucht. Ein Ort mit einer düsteren Vergangenheit. Hitler hielt hier einige Brandreden.Man spürt, wie dem Sohn einer jüdischen Russin das Unbehagen unter die Haut kriecht, wenn er an Deutschlands dunkelste Geschichte erinnert wird. Trotzdem hat ihn der Ort fasziniert: "Die Vergangenheit war nicht das erste, woran ich dachte. Es war dunkel. Ich habe moderne Räume gesehen, das Gebäude repräsentiert für mich das neue Deutschland. Ich habe nicht zurückgeblickt, auch wenn die Vergangenheit natürlich weiterlebt."Und warum hat Berlinale-Chef Dieter Kosslick Sie begleitet. Will er Sie etwa zum Berlinale-Juror machen? Ford winkt ab: "Das war gestern Abend kein Thema." Wahrscheinlich hatten sie das eh längst vorher besprochen. Und außerdem: Filme zu drehen macht sowieso mehr Spaß.Welche seiner vielen Rollen war ihm die liebste, wollen wir noch von ihm wissen. "Rollen sind für mich nie wichtig", so der Weltstar mit sonorer Stimme. "Wichtig ist für mich die Arbeit daran." Ebenso wichtig wie die Arbeit an einer besseren Welt. "Wir müssen die Natur schützen", glaubt der vierfache Vater. "Für unsere Kinder und unsere Zukunft." Immer noch kein bisschen leise, der Mann. Aber wie weise ...------------------------------BU: Überstunden für Harrison Ford (links, neben Diane Keaton in "Morning Glory"). Nach der Premiere mit Rachel McAdams traf er Berlinale-Chef Dieter Kosslick im Reichstag (re.).

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