Paula aus Wandlitz ist erst zwei Jahre und kämpft schon um ihr Leben. Sie hat Blutkrebs (Leukämie). Ihre Eltern sind verzweifelt. „Bitte helft unserer kleinen Tochter. Paula hat doch noch so viel vor. Ihr Leben hat doch gerade erst begonnen“, fleht ihr Vater Michael. Der KURIER traf die Familie im Helios-Klinikum in Buch, wo die Ärzte seit einem Jahr alles in ihrer Macht stehende tun, um dem schwer kranken kleinen Mädchen zu helfen. Doch die medizinischen Grenzen sind nun ohne einen potenziellen Spender ausgeschöpft.
Diagnose Blutkrebs
Paula gluckst vor Freude, ihre Augen leuchten, während sie mit dem Dreirad geschwind über den langen Klinikflur düst. Die Schmerzen und das Leid der vergangenen Wochen sind in diesem Augenblick vergessen. 50 Chemo-Blöcke musste das tapfere Mädchen schon durchstehen. Sehr stark dosiert, weil sie zur Hochrisikogruppe gehört.
Paula düst mit dem Dreirad über den Klinikflur. Beim Spielen kann sie die Qualen kurz vergessen.
© Thomas Uhlemann
Das Drama beginnt im November 2017. Die Eltern erinnern sich zurück an die schlimmsten Stunden ihres Lebens. Ein paar Tage vor ihrem zweiten Geburtstag wird ihr kleiner Liebling mit hohem Fieber, kaum noch ansprechbar und übersät mit roten Punkten am Körper im Rettungswagen in die Notaufnahme gebracht. Der Anfangsverdacht, Windpocken, wird schnell verworfen: Blutkrebs diagnostizieren die Ärzte im Krankenhaus. Für ihre Mutter Madeleine und ihren Vater Michael bricht eine Welt zusammen. „Die Krankheit war schon sehr weit fortgeschritten. Ihr kleiner Körper kämpfte auf Hochtouren gegen die Krebszellen an“, sagt ihre Mutter.
Paulas Chancen
Paulas Immunsystem war komplett zerstört und die Prognose dramatisch. Die behandelnden Ärzte schätzten ihre Überlebenschance als sehr gering ein. Seitdem wachen die Eltern Tag und Nacht am Klinkbettchen. Mutter Madeleine kann ihren Job als Physiotherapeutin nicht mehr ausüben. Vater Michael, ein Büroangestellter, ist jetzt alleiniger Verdiener und ernährt die Familie. Wenn seine Frau bei Paula im Krankenhaus ist, muss er vor und nach dem Dienst die zweite Tochter Emilia (5) versorgen.
Vor kurzem schöpfte die Familie neue Hoffnung. Die Ärzte gaben plötzlich Entwarnung: Die bösen Krebszellen seien zurückgegangen und die Chancen für die kleine Paula standen wieder besser. Doch vor drei Wochen kam bei einer ärztlichen Kontrolluntersuchung der nächste Rückschlag. Für Paula, die Zuversicht der Eltern. Die Tumorzellen bei Paula waren wieder angestiegen und sie muss jetzt weitere Chemotherapien über sich ergehen lassen.
Paula ist zu klein zum Sterben
Paula selbst versteht noch nicht, wie es um sie steht. Sie zeigt mit ihrem kleinen Finger auf den Flyer-Aufruf der DKMS (ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei), den ihre Mama in den Händen hält. Dort sind Paula und ihre Schwester Emilia, Arm in Arm, zu sehen. „Mama, nicht. Papa nicht und Oma nicht“, sagt Paula und schüttelt mit dem Kopf. Sie will damit ausdrücken, dass der Rest ihrer Familie auf dem Foto fehlt.
„Wenn Paula keinen Spender findet, wird sie sterben. Ihr Leben steht auf der Kippe“, sagt ihr Vater Michael leise und streichelt seiner Tochter liebevoll über den kahlen Kopf. Sie klettert auf seinen Schoß und kuschelt sich ganz eng an ihn, so als wolle sie ihn trösten und ihm die Traurigkeit nehmen. Sie hat noch viel vor, wie ihr Vater sagt. Sie möchte mit ihrer Schwester Emilia im Sommer an einem See baden, auf einem Pony reiten und sie möchte ihre Freunde aus der Kita wieder sehen. Paula ist noch viel zu klein zum Sterben.
Liebe Leser, wenn Sie Paula helfen wollen, werden Sie Stammzellenspender und kommen Sie am kommenden Sonnabend von 11 bis 15 Uhr zur Registrierungsaktion der DKMS in die Sporthalle Wandlitz (An der Sporthalle 5, 16346 Wandlitz).
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