EHC-Eigengewächs

Leon und der Traum vom NHL-Profi

Gawanke trainiert mit den Eisbären für Winnipeg.

Benedikt Paetzholdt
Lesezeit 2 Min
Leon Gawanke trainiert im Kraftraum der Eisbären im Berliner Wellblechpalast.

Leon Gawanke trainiert im Kraftraum der Eisbären im Berliner Wellblechpalast.

© City-Press GmbH

Am 2. September wird es ernst. Dann beginnt in Kanada das Sommercamp der Jets. Und dann muss sich Gawanke in Bestform präsentieren. „In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass ich mit dem Eisbärenprogramm bestens vorbereitet bin“, sagt der 20 Jahre alte Verteidiger.

Erster Eisbär in der NHL

Dass er bald der erste NHL-Profi sein könnte, der bei den Eisbären ausgebildet wurde, ehrt ihn natürlich. Macht ihm aber keinen Druck. „Ich hoffe natürlich, dass ich mal NHL spiele“, sagt er, „mein Ziel ist es jetzt aber erst Mal, den Sprung in die AHL zu schaffen und mich dort beweisen zu können.“

Bei den Cape Breton Screaming Eagles in der Quebec Major Junior Hockey League, wo unter anderen auch Eisbär James Sheppard ausgebildet wurde, wusste Gawanke zu überzeugen. Vergangene Saison erzielte er in 73 Spielen 19 Tore und bereitete 45 Treffer vor, ein sehr beachtlicher Wert für einen Abwehrmann.

Hotel Mama in Tegel

Einen knappen Monat lang genießt Gawanke aber noch Hotel Mama in Tegel. „Es ist mir sehr wichtig, dass ich jetzt Zeit mit meiner Familie und Freunden genießen kann. Mit den EHC-Nachwuchskräften wie Charlie Jahnke und Vincent Hessler hat er bis zu seinem Abschied vor drei Jahren den gesamten Eisbären-Nachwuchs durchlaufen. „Wir sind dicke Freunde. Das schmerzt schon manchmal, wenn die was zusammen unternehmen und ich nicht dabei sein kann.“

Natürlich bereut Gawanke aber keineswegs, dass er das Abenteuer Nordamerika gewagt hat. „Die Zeit hat mich menschlich weitergebracht. Ich würde es immer wieder tun.“ Vor allem jetzt, wo dank des Aufschwungs im deutschen Eishockey made in Germany gefragt ist und immer mehr eine Chance in Übersee bekommen.

Schmales Geld

Nachdem er drei Jahre lang bei einer Gastfamilie lebte und nur schmales Geld verdiente, bekam Gawanke in diesem Sommer zum ersten Mal ein Gehalt überwiesen. Das wird er auch brauchen, wenn es darum geht, die erste eigene Wohnung einzurichten. Mit der Immobiliensuche will er aber warten, bis das NHL-Camp vorbei ist. Und er weiß, wie nah er an der NHL schon dran ist.

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com

Lesen Sie mehr zum Thema