Im Jahr 2005 war die Klinik dichtgemacht worden. Und die Gebäude begannen, Trauer zu tragen. Mitten in Berlin sieht’s aus wie im Krieg!
Anwohner Peter K. (56, Fliesenleger) ist erschüttert: „Ich wurde hier geboren, mein Sohn ebenfalls. Auf dem Gelände gibt es ständig Einsätze von Polizei und Ordnungsamt.“ 37 213 Quadratmeter groß ist das Grundstück. Zehn Häuser sind drauf, stehen leer, aber teilweise unter Denkmalschutz. Scheiben zertrümmert, fast sämtliche Kabel (auch Starkstrom) aus den Wänden gerissen, Lampen von Decken geschraubt. Fenster, Türen zum Abtransport vorbereitet. K.: „Es gibt keinen Wachschutz, jeder kann rein.“
Vorm Krankenhaus wuchert das Unkraut.
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Drinnen sieht’s aus, als wäre eine Bombe eingeschlagen.
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Verwüstetes Foyer: Deckenverkleidungen rausgerissen, Kabel geklaut.
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KURIER-Reporter Holger Schacht in einem ehemaligen Krankenzimmer
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Fenster zertrümmert, überall Schutt, die Wände des Ganges beschmiert.
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Um die fünf Euro pro Kilo zahlen Schrotthändler fürs Kupfer, für Messing gibt’s 2,50 Euro, Hartmetall schlägt mit elf Euro zu Buche. Insbesondere Rumänen und Bosnier tummeln sich auf dem Gelände. Wer es betritt, sollte vorsichtig sein. Alle Gullydeckel weg, überall gefährliche Stolperfallen, Böden übersät mit Splittern. Dazu lassen Sprayer ihre leeren Dosen einfach vor ihren Graffiti liegen. Peter K.: „Aus den Schächten wurden sogar die Fahrstuhlkabinen geklaut!“
1917 als „Brandenburgische Hebammenanstalt“ eröffnet, verkaufte Vivantes 2007 die Immobilie an eine Investmentfirma aus Luxemburg. Pläne hatte es viele gegeben. Sozialer Wohnungsbau, Eigentumswohnungen, Pflegeeinrichtungen, Privatkliniken. Passiert ist nichts. Heute tritt die britische „Comer Group“ mit Sitz in Marzahn als Verwalter auf. Die Firma ist spezialisiert auf Gewerbeimmobilien. Was sie vorhat, ist unklar. Gegenüber dem KURIER war „Comer Group“ zu keiner Stellungnahme bereit. Peter K.: „Traurig, wie ein Stück Berliner Geschichte verkommt.“
SCHA/ROG
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