Ebola-Arzt

So überlebte ich das Killervirus

Der US-Arzt Dr. Kent Brantly behandelte Ebola-Patienten in Liberia, dann steckte er sich selbst an. Dank eines experimentellen Serums überlebte er. Jetzt sprach Brantly erstmals über seinen traumatischen Kampf gegen die höllische Krankheit.

Jürgen Kowallik
Lesezeit 2 Min
Dr. Kent Brantly überlebte das Killervirus

Dr. Kent Brantly überlebte das Killervirus

© dpa Lizenz

Er ist zurück im Leben, verbringt seine Zeit mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Asheville (US-Staat North Carolina). Im Gespräch mit NBC-Moderator Matt Lauer erinnerte er sich, wie er die ersten Symptome Ende Juli bekam: „Ich hatte leichtes Fieber, fühlte mich etwas unwohl.“ Am Anfang hoffte er, dass es vielleicht nur Malaria oder Dengue-Fieber wäre. Doch dann schlug der Ebola-Test an. Die Schreckens-Meldung. 90 Prozent aller Ebola-Patienten sterben.

Rasch verschlimmerte sich die Krankheit. Der 33-Jährige wurde von heftigen Schüttel-Anfällen gequält, konnte kaum Luft bekommen. „Ich sagte der Krankenschwester: Ich habe keine Reserven mehr. Ich weiß nicht, wie lange ich das noch durchstehen kann. Wenn ich nicht mehr atmen kann, wie wollt ihr dann noch helfen?“

Die Hoffnung kam erst zurück, als er Anfang August zusammen mit einer ebenfalls infizierten US-Missionarin ins Emory University Hospital in Atlanta (US-Staat Georgia) ausgeflogen wurde. Dort wurden beide mit dem experimentellen Serum ZMapp behandelt. Nach ein paar Wochen waren sie frei von Ebola.

Mit großer Erleichterung denkt Dr. Kent Brantly heute daran, dass er seine Frau und drei Kinder nicht angesteckt hat. Drei Tage bevor er die ersten Symptome hatte, waren sie aus Afrika abgereist – zu einer Hochzeit in Texas. „Was für eine unermessliche Last wäre es gewesen, wäre ich krank neben meiner Frau aufgewacht und eines der Kinder hätte sich vielleicht in meinen Arm eingekuschelt.“ Jetzt geht es für ihn aber erst mal nur darum, sich zu erholen. „Ich bin noch ganz schön schwach.“

Seine Gedanken sind auch im Krankenhaus in Liberia. Dort hat sich ein weiterer US-Arzt mit Ebola angesteckt. Ein enger Kollege von Dr. Kent Brantly: „Ich habe den meisten Teil des heutigen Morgens damit verbracht, für meinen Freund zu beten.“ JK

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com