Easyjet-Offensive

Braucht Berlin noch mehr Rollkoffer?

Obwohl Tegel seit Jahren als überlastet gilt, weitet Easyjet nun das Angebot aus.

Peter Neumann
Lesezeit 2 Min
Bald heben noch mehr Flieger aus Tegel ab: Easyjet erweitert das Angebot (Archivbild).

Bald heben noch mehr Flieger aus Tegel ab: Easyjet erweitert das Angebot (Archivbild).

© imago images / Jürgen Ritter

In diesem Jahr lag die Zahl der Passagiere in Tegel zwischen Januar und Mai um 28,2 Prozent höher als im selben Zeitraum des Vorjahres, die Zahl der Starts und Landungen stieg um 17,8 Prozent. Damit hat TXL seinen Rang als Rekordhalter unter den deutschen Flughäfen gefestigt.

Neu auf dem Easyjet-Fuglplan: Brüssel, Nantes, Östersund und Fuchal

Gut möglich, dass es noch voller wird. „Wir nehmen weitere Ziele in den Flugplan auf“, kündigte Stephan Erler, Deutschland-Chef von Easyjet, am Montag an. Die Zahl der Destinationen ab Berlin steigt auf 94. Neu im Angebot sind ab dem Winterflugplan Brüssel in Belgien, Nantes in Frankreich, Östersund in Schweden sowie Funchal auf der Insel Madeira. Schönefeld bekommt ebenfalls eine neue Easyjet-Route: nach Marrakesch in Marokko.

Im laufenden Finanzjahr, das im September endet, wird Easyjet rund 90 Millionen Passagiere befördern – zwei Millionen mehr als im Finanzjahr davor. Ein erklecklicher Teil der Kundschaft nutzt die Berliner Flughäfen. Im vergangenen Finanzjahr waren es 9,4 Millionen – was für einen Anteil von 35 Prozent und die Marktführerschaft in Berlin reichte.

Easyjet-Chef Stephan Erler: „Wir haben gezeigt, dass Berlin Potenzial hat“

Davon entfielen 4,2 Millionen auf Tegel, wo Easyjet seit Anfang des vergangenen Jahres vertreten ist und mittlerweile 23 orangeweiße Maschinen stationiert hat – mehr als zuvor Air Berlin. Bis heute hat sich die Zahl der Easyjet-Passagiere in TXL auf zehn Millionen summiert. In Schönefeld, wo die Airline ihr Berlin-Engagement 2004 begann, übernachten zwölf Easyjet-Flugzeuge. „Wir haben gezeigt, dass Berlin Potenzial hat“, sagt Erler. „Wir verlassen Tegel mit einem lachenden und einem weinenden Auge.“

Zum einen sei er froh, dass der Betrieb in TXL funktioniert, andererseits freue sich das Team auf den neuen Flughafen. Am BER werde Easyjet im Terminal 1 groß vertreten sein. „Neben der Lufthansa – oder besser: die Lufthansa neben uns.“ Sechs bis neun Monate vor dem Umzug muss die Fluggesellschaft Bescheid wissen, ob es mit dem BER klappt. Erler ist zuversichtlich: „Wir bereiten uns auf Oktober 2020 vor.“

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