East Side Gallery

Denkmal soll als Ort der Erinnerung erhalten bleiben

Jahrelang wurde um die Zukunft des Denkmals gerungen.

BK
Lesezeit 4 Min
Die East Side Gallery steht seit November 1991 unter Denkmalschutz. Jetzt soll sie zum Ort der Erinnerung werden.

Die East Side Gallery steht seit November 1991 unter Denkmalschutz. Jetzt soll sie zum Ort der Erinnerung werden.

© imago/Westend61

Jahrelang wurde um die Zukunft der riesigen Open-Air-Galerie an der früheren Berliner Mauer gerungen. Nun ist eine Lösung unter Dach und Fach.

Die Berliner East Side Gallery, das längste noch sichtbare Mauerstück in der einst geteilten Stadt, soll als Gedenk- und Erinnerungsort erhalten werden. Dazu überträgt das Land Berlin das Grundstück mit bemalten Resten der DDR-Grenzanlage unentgeltlich an die Stiftung Berliner Mauer. Der Vermögensausschuss des Abgeordnetenhauses gab am Mittwoch einstimmig grünes Licht für das Vorhaben, das in der kommenden Woche im Plenum endgültig beschlossen werden soll.

„Damit erhält die East Side Gallery endlich den Status, der ihr als Erinnerungsort gebührt und der für den Erhalt und die Pflege dieses Denkmals auch notwendig ist“, erklärte der Grünen-Politiker Daniel Wesener. „Die politische und gesellschaftliche Bedeutung der East Side Gallery soll vor Ort verständlich erklärt und vermittelt werden“, kündigte der SPD-Politiker Sven Heinemann an. Der Linke- Politiker Steffen Zillich sprach von einem entscheidenden Schritt zur Umsetzung eines Gedenkkonzeptes.
Bei der East Side Gallery an der Spree im Stadtteil Friedrichshain handelt es sich um ein 1,3 Kilometer langes Teilstück der sogenannten Hinterlandmauer, die Künstler aus aller Welt 1990 bemalten. Sie befand sich vor dem Todesstreifen und einer zweiten Mauer. Das Areal nahe der Oberbaumbrücke ist eine Touristenattraktion, allerdings wurden im Zuge von Bauprojekten schon mehrere Mauer-Elemente herausgetrennt.
Die Stiftung Berliner Mauer wird vom Land und dem Bund getragen und ist bereits für mehrere Gedenkorte in Berlin zuständig. Nunmehr übernimmt also auch der Bund Verantwortung für das Areal. Darüber war jahrelang verhandelt worden.

Nach den Vorstellungen der Mauerstiftung soll die East Side Gallery, auf der etliche Besucher selbst Bemalungen oder Sprüche hinterlassen haben, in Zukunft regelmäßig gereinigt und langfristig konserviert werden. Es soll auch Führungen und eine „zurückhaltende Dauerausstellung“ geben, wie der Direktor der Mauer-Stiftung, Axel Klausmeier, der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Firat Aktar (25) und Ceydar Sahin (25) aus Izmir (Türkei) halten den Zaun für eine gute Idee. „Ein Denkmal mit solchem historischen Wert muss man unbedingt schützen“, sagt Ceydar. „Es sind einfach zu viele Schmierereien – sie zerstören das ganze Mauer-Kunstwerk.“

Firat Aktar (25) und Ceydar Sahin (25) aus Izmir (Türkei) halten den Zaun für eine gute Idee. „Ein Denkmal mit solchem historischen Wert muss man unbedingt schützen“, sagt Ceydar. „Es sind einfach zu viele Schmierereien – sie zerstören das ganze Mauer-Kunstwerk.“

© gudath Lizenz

Wolfgang (68) kennt die East Side Gallery seit Jahren – auch ohne die hässlichen Schmierereien. „Der Zaun ist eigentlich keine schlechte Idee – aber ich fürchte, dass es nichts bringt, denn dann steigen die Leute eben drüber. Ein sehr hoher Zaun würde das Bild aber leider zu sehr stören.“

Wolfgang (68) kennt die East Side Gallery seit Jahren – auch ohne die hässlichen Schmierereien. „Der Zaun ist eigentlich keine schlechte Idee – aber ich fürchte, dass es nichts bringt, denn dann steigen die Leute eben drüber. Ein sehr hoher Zaun würde das Bild aber leider zu sehr stören.“

© gudath Lizenz

„Der Zaun ist eine gute Idee“, sagt Unni Carina Leknesund (53) aus Bergen. Sie hat eine Idee, um Vandalen zu besänftigen: „Auf einem Mauerstück sollten sich Touristen verewigen dürfen.“ Anny Sörvik (53) und Eivind Eide (50) stimmen zu. „Viele wollen so eben ihre Gefühle zur deutschen Teilung ausdrücken.“

„Der Zaun ist eine gute Idee“, sagt Unni Carina Leknesund (53) aus Bergen. Sie hat eine Idee, um Vandalen zu besänftigen: „Auf einem Mauerstück sollten sich Touristen verewigen dürfen.“ Anny Sörvik (53) und Eivind Eide (50) stimmen zu. „Viele wollen so eben ihre Gefühle zur deutschen Teilung ausdrücken.“

© gudath Lizenz

Thomas (65) und Sohn Derek Dubiellak (39) aus Kanada halten die Zaun-Pläne für sinnlos. „Das wird es für Sprayer nicht weniger attraktiv machen, ihre Tags an der Wand zu hinterlassen“, sagen sie. Derek sieht das Mauer-Denkmal zum ersten Mal. „Es ist schön – schade, dass so viele ihre Kritzeleien hinterlassen.“

Thomas (65) und Sohn Derek Dubiellak (39) aus Kanada halten die Zaun-Pläne für sinnlos. „Das wird es für Sprayer nicht weniger attraktiv machen, ihre Tags an der Wand zu hinterlassen“, sagen sie. Derek sieht das Mauer-Denkmal zum ersten Mal. „Es ist schön – schade, dass so viele ihre Kritzeleien hinterlassen.“

© gudath Lizenz

"Man sieht immer wieder Graffitis, bei denen man sich fragt, wie die Sprayer das geschafft haben", sagt Französin Laetitia (41). "Echte Vandalen wird ein Zaun nicht aufhalten." Sie ist mit Tochter Anna (12) in Berlin, mag die Galerie. "Ich verstehe nicht, warum Leute so herumschmieren müssen."

"Man sieht immer wieder Graffitis, bei denen man sich fragt, wie die Sprayer das geschafft haben", sagt Französin Laetitia (41). "Echte Vandalen wird ein Zaun nicht aufhalten." Sie ist mit Tochter Anna (12) in Berlin, mag die Galerie. "Ich verstehe nicht, warum Leute so herumschmieren müssen."

© gudath Lizenz

„Mit einer Wand aus Plexiglas könnte man noch alle Bilder sehen“, sagt Marius Schwarz. Den 19-Jährigen würde der Zaun nicht stören. „Im Museum darf man die ausgestellten Bilder schließlich auch nicht anfassen. Dort sind viele Kunstwerke auch durch Glasscheiben geschützt.“

„Mit einer Wand aus Plexiglas könnte man noch alle Bilder sehen“, sagt Marius Schwarz. Den 19-Jährigen würde der Zaun nicht stören. „Im Museum darf man die ausgestellten Bilder schließlich auch nicht anfassen. Dort sind viele Kunstwerke auch durch Glasscheiben geschützt.“

© gudath Lizenz

Sejin (32) und Juhyung (23) kamen aus Korea, um sich die Mauer-Kunst anzuschauen. „Wir mögen die Bilder sehr. Aber ein Zaun? Der stört. Man könnte nicht an die Mauer herantreten und sich die Gemälde aus der Nähe anschauen“, sagen sie. „Es muss andere Möglichkeiten geben.“

Sejin (32) und Juhyung (23) kamen aus Korea, um sich die Mauer-Kunst anzuschauen. „Wir mögen die Bilder sehr. Aber ein Zaun? Der stört. Man könnte nicht an die Mauer herantreten und sich die Gemälde aus der Nähe anschauen“, sagen sie. „Es muss andere Möglichkeiten geben.“

© gudath Lizenz

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com