Nach KURIER-Bericht

Hollywood angelt sich Berliner Show-Pudel

Jana Posna trat in der Revue „The Wyld“ auf und spielt jetzt in „Dumbo“ mit.

BK
Lesezeit 3 Min
Jetzt in Hollywood: Die Berliner Dompteurin Jasna Bosna und ihre Pudel.

Jetzt in Hollywood: Die Berliner Dompteurin Jasna Bosna und ihre Pudel.

© Friedrichstadt-Palast Berlin/Robert Grischek

Millionen Film-Fans auf der Welt lachten und weinten über den Disney-Streifen „Dumbo“, der im Frühjahr in die Kinos kam. Der fliegende Elefant ist aber nicht der einzige tierische Star: Wie jetzt bekannt wurde, sind die quietschbunten Pudel in dem Film Berliner – trainiert von Dompteurin Jana Posna (49), bekannt aus dem KURIER!

Als der entscheidende Anruf kam, wäre Jana Posna aus Altlandsberg beinahe „vom Fahrrad gefallen“, sagte sie dem KURIER. Sie war gerade auf dem Weg zum Einkaufen, als sich eine Agentur bei ihr meldete, zuständig für die Besetzung des Kino-Streifens. Gesucht wurde eine Pudel-Dompteurin mit Hunden – von Posna hatten die Produzenten aus dem KURIER erfahren! Hier erschien 2016 ein Artikel über die 49-Jährige, als sie in der Revue „The Wyld“ im Friedrichstadt-Palast auftrat.

Ihre Pudel trainiert Posna seit vielen Jahren. Alles begann, als sie an der Filmhochschule in Babelsberg studierte, sich den Traum vom Hund erfüllte. „Aber der war zickig, biss Leute auf der Straße und bellte ständig.“ Also holte sie sich Rat bei der Filmtierschule, begann mit dem Training. Heute gehören zu „Posnas Pudel-Parade“ neun Pudel – sechs Arbeiter, ein Azubi und zwei Rentner.

Regie führte Tim Burton

Als das Angebot für den Disney-Film kam, überlegte Posna nicht lange, alles ging schnell. „Eine Woche hatte ich Zeit, zu packen, die Tiere für die Reise vorzubereiten“, sagt sie. Weil ihre Schützlinge ihr am Herz liegen, entschied sie sich gegen einen Flug. „Ich fuhr mit dem Kleinbus mit Bob Marley, Freya, Iduna, Dolores, Flavio, Bonaparte und Zippo nach Calais, setzte mit der Fähre nach Dover über und ließ mich von einem Fahrer abholen“, erzählt sie. „Den Aufenthalt im lauten Frachtraum wollte ich meinen Pudeln nicht zumuten.“

Neun Wochen blieb sie in England, um in den berühmten Pinewood-Studios bei London (hier entstanden die „Bond“-Filme und „Star Wars“) zu drehen. „Das war eine irre Erfahrung. Ich hatte Kontakt mit den Stars, es war angenehm. Wenn alle das gleiche Ziel verfolgen, ist es egal, ob man ein Promi ist oder nicht“, sagt Posna.

Regie führte Tim Burton („Edward mit den Scherenhänden“) – er wollte, dass die Pudel für die Film-Szenen in der Zirkus-Welt gefärbt werden. „Er wollte sie quietschbunt haben. Wir verwendeten Lebensmittelfarbe, weil sie sich gut auswaschen lässt.“ Dafür stellte man Posna eine Assistentin zur Seite, sie färbte ständig nach.

Vielleicht wird der Film Dompteurin Jana Posnas Durchbruch?

Die Arbeit am Set habe sie beeindruckt, sagt sie. „Tim Burtons Filme wirken künstlich und schrill, aber er legt Wert auf Echtheit. Am Set wurden echtes Gras und echte Bäume gepflanzt.“ Auch eine lustige Begegnung mit Schauspiel-Star Collin Farrell blieb in Erinnerung: Er sollte Pudel Marley mit dem Lasso fangen. „Aber dem gefiel das gar nicht. Er baute sich vor Collin auf und bellte“, sagt Posna und lacht.

Vielleicht wird der Film Posnas Durchbruch? Immerhin: Derzeit steht sie in „Flying Circus“ in Budapest mit Pudeln auf der Bühne. Einer Show, geleitet von Kristian Kristof, dem Choreographen von „Dumbo“.

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