... weil sie gegen die Ritter der Dose nix zu verlieren haben. Zähler bei den Sachsen sind nicht „einbudgetiert“, wie es Urs Fischer ausdrücken würde. Sebastian Andersson, Rafal Gikiewicz & Co. können also unbelastet aufspielen. Und Spitzenteams sind nach einer Pause oft anfällig, weil die Maschinerie erst wieder hochtouren muss.
... weil die Eisernen weiter Haltung bewahren, sich nicht auf dem schnöden Altar des Mammons opfern. Mag alle Welt einknicken vor dem Kunstprodukt österreichischer Bauart, nur weil deren Millionenschwere Fußball Erfolg zeigt. Unionfans bleiben bei ihrer Ablehnung und werden 15 Minuten lang dem Spiel fernbleiben. Tradition kann man nicht kaufen ...
... weil Köpenick seit 1920 Teil von Berlin ist, Markranstädt hingegen bis heute kein Stadtteil von Leipzig. Da muss man keine Wappen verfälschen. Rot und weiß sind die Farben von Berlin. Dazu ein schwarzer Bär, das weiß doch jedes Kind.
... weil der Support dann nach 15 Minuten doch da sein wird. Offiziell sind nur 4400 Tickets nach Berlin gewandert, aber die Sachsen gehen von 7000 bis 8000 Unionfans aus.
... weil für Spitzenreiter in dieser Spielzeit einfach nicht gut Kirschen essen ist mit den Eisernen. Fragen Sie mal bei Mönchengladbach und Dortmund nach, die als Erster antraten und mit leeren Händen abreisten.
... weil Trainer Urs Fischer schon ganz andere Trainer als einen Julian Nagelsmann ausgecoacht hat. Lucien Favre, Marco Rose und auch Ante Covic können ein Lied davon singen. Der Schweizer wird sich auch wieder etwas einfallen lassen, um Zählbares aus der Messestadt mit zunehmen. Nagels-mann redet zudem davon, dass seine Elf aktuell noch nicht gut genug sei, „um Meister zu werden“. Wer sich kleinredet, hat noch nie Titel gewonnen.
... weil die Hausherren Robert Andrich nicht kennen. Ja doch, er hat beim 0:4 im Hinspiel gekickt. Aber so, dass man ihn am liebsten gleich zurück nach Heidenheim geschickt hätte – wenn nicht gar in die 3. Liga. Der ist seitdem erblondet – Wiederkennungswert für RB nicht so einfach im Vergleich zum Hinspiel – und hat sich seitdem so gesteigert und weiterentwickelt, dass Nagels-mann sich etwas einfallen lassen muss, um den gebürtigen Potsdamer aus dem Spiel zu nehmen.
... weil Leipzigs große Stärke mit Kontergegentoren gegen Union verpuffen wird. Keine andere Elf sichert das eigene Offensivspiel so gut ab wie die Eisernen. Ganze zwei Kontergegentore haben die Köpenickern ihren Kontrahenten gestattet. Ligabestwert zusammen mit den Hausherren.
Zusammenfassung: Union gewinnt. Auch wenn sie vielleicht die Punkte verlieren sollten. Aber so was von!
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