Franziska Pade aus Wustermark (Havelland) ist eines von 39 Opfern, die sich als mutmaßlich von einem Betrüger-Pärchen Geprellte über Facebook kennenlernten. Einige der Betroffenen fürchten, dass ihr ehemaliges Pferd auf dem Schlachthof gelandet ist.
Über Ebay-Anzeige an dubiose Käuferin geraten
Franziska Pade dachte, sie gibt ihren Calando in die Hände einer Tierliebhaberin aus Grasberg, Niedersachsen. Doch jetzt fürchtet sie um den 13-jährigen Wallach und macht sich Vorwürfe, das Tier in die falsche Obhut gegeben zu haben.
Als sich die Reittrainerin aufgrund eines Tumors im Rücken nicht mehr um Calando kümmern konnte, suchte sie im Internet nach einem neuen Heim für ihn. Auf eBay entdeckte sie eine Anzeige. Eine Pferdehalterin hatte für ihre einsame Zuchtstute Gesellschaft gesucht. „Die Frau kam mir sehr seriös vor. Aber sie hat gut geschauspielert“, glaubt die Studentin. Für einen symbolischen Euro überließ sie ihren Calando schweren Herzens der Frau.
Lebensgefährte bedroht Pade
Doch als sie das Pferd besuchen wollte, verhielt sich die neue Besitzerin merkwürdig. „Als ich nachhakte, wurde sie immer zickiger“, erinnert sich die 24-Jährige. Schließlich wurde sie von dem Lebensgefährten von Wiebke M. bedroht. Mittlerweile hat sie Anzeige gegen den Mann erstattet.
Franziska Pade glaubt, dass das Paar in Niedersachsen ehemalige Sportpferde mit Kalkül günstig aufnimmt.
Weitere Betrugs-Fälle im Internet
Calando beispielsweise musste seine Sportkarriere beenden, weil eine schwere Verletzung am Huf hatte. „Den Pferden wird Hyaluronsäure oder Kortison gespritzt, um sie kurzzeitig fit zu machen“, so die 24-Jährige. Dann werden sie teuer als Turnierpferde verkauft. Eine andere Betroffene fand ihr ehemaliges Sportpferd beispielsweise in einer Verkaufsanzeige im Internet wieder. Es wurde trotz alter Verletzung als fittes Reitpferd für 6000 Euro angeboten.
Franziska Pade: „Selbst wenn sie Pferde in einem Sammeltransport zum Schlachthof gebracht haben, haben sie immer noch Gewinn gemacht.“
25 Anzeigen sind bisher bei der Polizei gegen die mutmaßlichen Betrüger eingegangen.
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