Dubiose Anzeigen

Schülerstrich im Shopping-Center?

Wie viel Sex gibt es in Berliner Einkaufszentren?

MARCUS BÖTTCHER
Lesezeit 3 Min
Junge Frauen bieten ihren Körper gegen ein sogenanntes "Taschengeld" an.

Junge Frauen bieten ihren Körper gegen ein sogenanntes "Taschengeld" an.

© dpa, imago/Montage: KURIER (Symbolbild) Lizenz

„Blow-Job-Date“. So ist die frivole Anzeige im Internet überschrieben. Drei offenbar junge Frauen, vielleicht Schülerinnen, bieten im Netz ihre erotischen Dienste an. Sie versprechen, am 3. Januar ab 13 Uhr in einem Einkaufszentrum in Mitte zu erscheinen. Zu dritt. „Laß mal bei Mc Doof treffen. Wenn nicht da, dann sind wir shoppen und verspäten uns ein bisschen. Seid geduldig und geht spazieren.“

Das Prinzip: Die jungen Frauen bieten Sex an. Und zwar direkt im Einkaufszentrum, in ruhigen, ungestörten Ecken wie der Tiefgarage oder den Toiletten. Gegen ein sogenanntes „Taschengeld“. Oralverkehr gibt es angeblich ab 40 Euro.

Auf das Treiben aufmerksam wurde der KURIER durch eine anonyme Email einer scheinbar besorgten Mutter. Über Umwege will sie von ihrer Tochter erfahren haben, dass sich deren Schulfreundinnen regelmäßig prostituieren. Im Shopping-Center.

Ein Gerücht, welches sich nach kurzer Recherche zunächst erhärtet. Im Internet gibt es drei Kontaktanzeigen, die auf solche Treffen hinweisen. So gab es offenbar schon am 20. Januar ein erstes sogenanntes Sex-Date. Drei Freundinnen hielten in einem Schnellrestaurant Ausschau nach interessierten Männern.

Und laut der Mutter lief das Ganze so ab (der KURIER beließ es bei der Originalantwort der Schülerinnen): „Du wirst uns nicht erkennen oder vielleicht denken, wir könnten es sein, aber selbst wenn du uns ansprechen solltest, würden wir das verneinen. Viemehr erkenn wir dich an Deinem Verhalten und wie Du den jungen Mädchen hinterher schaust. dann werden wir dich ggf. an einer anderen ecke ansprechen.“

Stimmt die Geschichte oder sind das die Fantasien eines pädophilen Ekel-Romans? Reporter dieser Zeitung begaben sich gestern zum angekündigten Zeitraum in das Einkaufszentrum. Zwei Stunden passierte nichts. Bis sich zwei circa 16-Jährige vor den Toilettenräumen merkwürdig verhielten. Sie taten so, als würden sie warten, schauten aber jedem erwachsenen Mann tief in die Augen. War es jugendliche Neugier oder Teenager-Lust auf schnellen Sex – und noch schnelleres Geld. Der Berliner KURIER machte von beiden Gegebenheiten Fotos. Zum Schutz der Mädchen veröffentlichen wir sie nicht.

Als die Reporter die Frauen in einer Gruppe ansprachen, taten sie so, als fielen sie aus allen Wolken. Eine Masche? Kann sein. In Polen ist das Phänomen längst bekannt, sogar ein Film existiert über die jungen „Galeriankis“. Also Mädchen, die Sex gegen materielle Leistung liefern. Ist das „Geschäftsmodell nun auch nach Berlin geschwappt?

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