Drohungen

Miethaie werden immer dreister

Nach der Herzlos-Kündigung von Oma Anni (93) berichten zwei Insider über weitere Fälle.

Cornelia Schmalenbach
Lesezeit 2 Min
Sie müssen hier ja nicht wohnen! Mit immer rabiateren Methoden setzen Vermieter ungeliebte Mieter unter Druck. Mieterverbände berichten von abgestellten Wasserleitungen, versperrten Kellern und demontierten Fahrstühlen.

Sie müssen hier ja nicht wohnen! Mit immer rabiateren Methoden setzen Vermieter ungeliebte Mieter unter Druck. Mieterverbände berichten von abgestellten Wasserleitungen, versperrten Kellern und demontierten Fahrstühlen.

© dpa (Symbolbild) Lizenz

Sie ist kein Einzelfall. „Die Umgangston auf dem Wohnungsmarkt ist rauer geworden“, bestätigt Stefan Schetschorke vom Berliner Mieterverein. „Drohungen gegenüber Mietern nehmen zu, wenn es um wirtschaftliche Interessen geht. Immer öfter werden fadenscheinige Gründe vorgeschoben.“

Er kennt Fälle, wo Mietern mit der Entkernung des völlig intakten Treppenhauses gedroht wurde, um sie rauszukriegen. In einem anderen Fall hatte der Mieter angeblich die Büsche im Garten nicht korrekt beschnitten. Die Schikanen erinnern an die Methoden der 80er Jahre im alten West-Berlin, als Wohnungen sehr knapp waren. „Jetzt, wo Immobilien wieder zunehmend als Wertanlage geschätzt werden, nehmen Kündigungen zu“, sagt Schetschorke.

„Eigentümer wollen, dass die Leute Angst bekommen und ausziehen. Sie wollen Druck aufbauen“, weiß auch Christoph Müller, Fachanwalt für Mietrecht, aus eigenen Erfahrungen. Er rät: „Ruhe bewahren und die Gründe für eine Kündigung vor Gericht prüfen lassen.“ Oft bleibe es bei leeren Drohungen.

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