Ein Luftpostpaket aus Nepal ließ Nicole P. aus Friedrichshain auffliegen: 18 Kilo schwer war die Sendung, getarnt als Tee. Zollbeamte schöpften Verdacht. Sie fanden fast fünf Kilo Haschisch. Das Schmuggel-Paket kam per Sonderkuriere im Februar zur Landschaftsarchitektin. Seitdem sitzt sie in Haft.
Alles fing mit einem Engländer an. Ende 2014, als sie gerade Liebeskummer hatte und sich einsam fühlte, lernte sie Nicolas L. kennen. Er ging mit ihr aus, spendierte ihr Kokain. Nicole P., die als Garderobenfrau jobbte: „So etwas konnte ich mir nicht leisten.“ Er bat im Gegenzug um Gefallen: Mal einen Flug buchen, eine Wohnung suchen, Geld überweisen.
Ein ausgenutztes Dummchen? Nein, so die Richterin: „Sie hat sich selbst als Chefsekretärin der Gruppe bezeichnet, sie spielte keine untergeordnete Rolle.“ Akribisch habe Nicole P. Buch geführt, konspirativ Wohnungen gemietet, an den Drahtzieher Geld geschickt.
Bei einem Paket aus Nepal leistete Nicole P. aus Sicht der Richter Beihilfe, beim anderen war sie Akteurin. Nicole P. hatte sich dagegen als kleines Licht beschrieben: „Ich habe mich verführen lassen, ich fühlte mich geschätzt.“ Sie hoffte auf Bewährung. Beim Urteil schluchzte ihre Mutter. KE
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