„Ich bin menschlich enttäuscht.“
Als Sandra Arndt (25) aus Niederschönhausen die Geschichte im KURIER las, fiel sie aus allen Wolken. Reiner K., der sich als Anästhesist ausgab, als er die Eigentumswohnung von Sarah (29) und Markus Plack (31) im Oktober 2017 anmietete, war ihr nicht unbekannt. „Er hat mich vor sechs Jahren um 1500 Euro betrogen. Sie hatte ihn über ein Dating-Portal kennengelernt, wo er sich als Anwaltsgehilfe ausgab und sich mit ihm angefreundet.
„Als mein VW-Golf kaputt war, wollte er mir Ersatzteile besorgen“, erinnert sie sich. Sie habe ihm Geld gezahlt, aber nie Ware erhalten. Sie sagt: „Ich bin menschlich enttäuscht.“ Ihre Familie habe Strafanzeige gestellt.
Veruntreuung von Spendengeldern im größeren Stil
Eine weitere Strafanzeige gegen Reiner K. hat Christoph N. (36) aus Lichtenberg gestellt. „Er schuldet mir drei Monatsmieten und hat in meinem Namen für 320 Euro Lebensmittel und für 850 Euro Spirituosen online bestellt“, berichtet er. Als sich Reiner K. im Mai auf diese Einzimmerwohnung bewarb, gab er sich hier als Anwalt aus.
Besonders fies: Reiner K. soll auch bei einem gemeinnützigen Verein nahe Berlin, wo er sich ehrenamtlich engagierte, Spendengelder „im größeren Stil“ veruntreut haben.
Geschädigte organisieren sich per Whatsapp-Gruppe
Wer ist dieser Betrüger mit mehreren Identitäten? Seine Mutter sagt zum KURIER: „Ich habe nicht ohne Grund seit drei Jahren keinen Kontakt mehr zu meinem Sohn, aber er muss wissen, was er mit 31 Jahren tut.“ Die Staatsanwaltschaft in Berlin ermittelt bereits gegen Reiner K., will sich aber zum laufenden Verfahren noch nicht äußern.
Reiner K. treibt offenbar schon seit Jahren sein Unwesen in Berlin und im Umland.
© Sarah Plack
Die Geschädigten wollen nun gemeinsam aktiv werden und haben eine Opfer-Gruppe bei Whatsapp gegründet, um sich auszutauschen. „Wir müssen diesen Abzocker endlich stoppen“, sagt Sarah Plack.
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